Architekturkultur live

Baumeister-Chefredakteur Alexander Gutzmer hat gemeinsam mit Stefan Höglmaier (Euroboden) ein Buch herausgegeben, das sich mit Architekturkultur befasst. In Berlin stellten die beiden Herausgeber das Buch vor: Was beinhaltet Architekturkultur überhaupt? 

20 Jahre Euroboden-1900
Alexander Gutzmer im Gespräch mit Stefan Höglmaier (rechts)

 

Drei Kapitel hat das Buch „Architekturkultur“, das unser Chefredakteur gemeinsam mit dem Projektentwickler Stefan Höglmaier (Euroboden) herausgegeben hat. Neben „Haltung“ und „Wertigkeit“ geht es auch um „Kontroverse“. Gute Architektur entsteht eben vor allem dann, wenn unterschiedliche Positionen, Herkünfte und Verständnisse von Architektur aufeinanderprallen und in einen Dialog treten. Von daher passend, dass Höglmaier als Real Estate-Unternehmer und Alexander Gutzmer als Journalist das Buch in Berlin in einer lockeren (und durchaus auch mal kontroversen) Diskussionsrunde vorstellten.

Aus den unterschiedlichen Interessen, die auf das Entstehen von Architektur Einfluss nehmen, machte Höglmaier dabei keinen Hehl. „Natürlich – wir können nur weiter bauen, wenn wir auch wirtschaftlich erfolgreich sind.“ Dabei müsse aber die architektonische und räumliche Qualität nicht auf der Strecke bleiben. In diesem Sinne sei das Buch einerseits ein Appell an die Branche, um gute Architektur zu kämpfen, aber „vor allem auch eine Verpflichtung und ein Ansporn für uns selbst“, so Höglmaier im Gespräch.

Reflexion anregen

Eingeleitet wurde das Interview zwischen Höglmaier und Gutzmer von Baumeister-Art Director Tom Ising (Herburg Weiland). Sein Büro hat auch das Buch gestaltet. Ganz wichtig war ihm, wie auch den Herausgebern: „Architekturkultur“ ist kein Bildband. Realisierte Euroboden-Projekte spielen nur am Rande eine Rolle. Im Zentrum steht stattdessen die Auseinandersetzung von Autoren und Interviewpartnern wie Tatjana Schneider, Fabienne Hoelzel oder Peter Cachola Schmal mit der Frage, was eine „Kultur guter Architektur“ heute ausmacht. Eine Frage, die das Buch natürlich nicht abschließend beantwortet, deren Reflexion es aber befeuert. Und genau diese Reflexion ist, nach unserem Verständnis, definitiv ein Stück architektonische Kultur.

Alle Fotos: Frank Schröder/Euroboden