Architekturbiennale 2021: Im Pavillon Bahrain

Chefredakteur Fabian Peters ist gerade in Venedig. Genauer gesagt auf der Architekturbiennale 2021. Er nimmt Sie mit auf seinen Rundweg durch die Pavillons, wie hier im Pavillon Bahrain.

 

Perlenfischerei war im Inselstaat Bahrain im Persischen Golf bis in die Dreißigerjahre ein wichtiger Wirtschaftszweig. Dann führten Zuchtperlen aus Japan zum Niedergang dieses Gewerbes. Glücklicherweise wurde fast gleichzeitig Erdöl in Bahrain gefunden, das dem Land inzwischen zu enormem Wohlstand verholfen hat. Heute unternimmt Bahrain einige Anstrengungen, die Kultur der Perlenfischer nicht vollkommen untergehen zulassen. Inzwischen sind die Zeugnisse der Perlenfischerei in der Hafenstadt Al-Muharraq sogar zum Weltkulturerbe erklärt worden. Das Land bemüht sich aber nicht nur um den Erhalt des materiellen Erbes, sondern versucht auch mithilfe neuer Kulturbauten das immaterielle Erbe der Perlenfischer zu konservieren. Für Aufsehen gesorgt hat etwa vor einiger Zeit bereits ein Zentrum für die Musik der Perlenfischer von Office Kersten Geers David van Severen. Im Pavillon Bahrain werden Wand-Mockups des neuen Perlenmuseums von Studio Anne Holtrop aus in Beton abgeformten und versilberten Korallengestein gezeigt. Auch Valerio Olgiatis eindrucksvolles Besucherzentrum des sogenannten „Perlenpfades“ wird hier mithilfe von Plänen, Fotos und dem Modell eines der obeliskartigen Pfeiler des Gebäudes ausgestellt. Unabhängig von der gelungenen Präsentation: Inwieweit solche Projekte zur Legitimation der absolutistischen Herrschaftsstrukturen und als Kitt für einen brüchigen gesellschaftlichen Frieden dienen sollen, ist dringend zu hinterfragen.

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Nachdem die Architekturbiennale um ein Jahr verschoben wurde, findet die Ausstellung vom 22. Mai bis zum 21. November 2021 unter dem Titel „How will we live together“ statt. Erfahren Sie mehr in dem digitalen Einblick in die Projekte der Architekturbiennale 2021.

Alle Fotos: Fabian Peters