Architektur ohne Formalismen – Snøhetta in München

Snøhetta muss man unter Architekten und Architekturstudenten wirklich nicht mehr vorstellen. Das merkte man auch am Eröffnungstag der Ausstellung „Snøhetta: Shaping – Interaction“ in der Münchner Architekturgalerie am 14. Mai: Sie war brechend voll. Das ursprünglich norwegische Büro hat inzwischen Standorte in New York, San Francisco, Paris, Hongkong und Innsbruck und feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen.

Zu sehen gibt es in der Architekturgalerie bis 6. Juli eine sperrhölzerne Raumschale mit integrierten Bildtafeln und Modellen; auch Fotos und Skizzen dokumentieren den Prozess des „Shaping“. Anhand von drei Projekten stellen die Architekten vor, wie sie Gebäude und Räume „formen“ – für die „Manufaktur“, den Spielturm (Fotos) und eine Streuobstwiese, die für Swarovski im Tiroler Ort Wattens entstanden sind.

Kjetil Trædal Thorsen, einer der Gründungspartner, und Patrick Lueth vom Innsbrucker Studio Snøhetta erläuterten ihre Arbeitsweise so: Neben einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Ort, dem Kontext, der Geschichte des Orts, der Bauaufgabe und dem Bauherrn stehe vor allem der Nutzer im Mittelpunkt. In einem interdisziplinären Prozess entwickeln sie ein tragfähiges, starkes Konzept als Basis für den Entwurf. Diese Herangehensweise bezeichnet Snøhetta als „contextual conceptualism“. Außerdem interessiert die Architekten dann aber auch, wie die Nutzer mit ihren Bauten umgehen: die „Interaktion“, wie im Ausstellungstitel angedeutet.

Dieser besondere Teil ihrer Arbeit ist Ausstellungsthema an einem zweiten Ort, dem Münchner Bunker: Hier werden Snøhetta-Videoprojektionen gezeigt, die auf unterhaltsame Weise sowohl die Interaktion im Entstehungsprozess der Architektur als auch die Interaktion der Nutzer mit den internationalen Projekten und Bauten dokumentieren.

Noch bis 6. Juli 2019
Architekturgalerie München, Türkenstraße 30
Architekturgalerie München im Bunker, Blumenstraße 22
Öffnungszeiten Bunker: Do, Fr 17 bis 20 Uhr, Samstag 15 bis 18 Uhr