Andreas Meck über einen Hochschul-Lichthof

Lichthof der Hochschule,
Andreas Meck,
1956 n. Chr.

In ihrem Buch „Reminiscence“ porträtieren Benedict Esche und Benedikt Hartl die besondere Beziehung zwischen Bauwerk und Architekt. Dort kommen wegweisende Architekten zu Wort, die über ihre architektonische Prägung und deren Einfluss auf die eigene Arbeit schreiben. Hier sinniert Andreas Meck über die Bedeutung guter Alltagsräume:

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„Sind es wirklich nur die großen Ikonen der Architektur, die uns in unserem Schaffen inspirieren und bewegen? Ich meine, es sind auch die guten Alltagsräume, in denen wir arbeiten und leben und die wir täglich bewusst und unbewusst wahrnehmen, die uns in unserem Wirken maßgeblich beeinflussen. So geht es mir mit dem Lichthof der Hochschule München, erbaut 1954-56 von Adolf Seifert, Franz Ruf und Rolf ter Haerst. Mit seinen Galerien, der Belichtung durch das umlaufende Oberlicht unter dem Tonnendach, den mit Natursteinen wie einen Außenraum gepflasterten Boden und den warmen, holzvertäfelten Wänden ist er Mittelpunkt der Hochschulaktivitäten.

Die tägliche Nutzung zeigt ihn in immer wechselnden Raum- und Lichtqualitäten. Seine Atmosphäre ist nie gleich. Im Alltag des Hochschullebens ist er ein Raum voller Diskussion, Kreativität und Leben, mit dem Platz einer kleinen Stadt vergleichbar. Als leerer Raum beeindruckt er durch seine atmosphärische Stille, ein kontemplativer, nahezu sakraler Raum, der Widerhall der Schritte unter dem Tonnendach erzeugt Größe und Weite und einen Eindruck der Erhabenheit. Für mich ist er einer der schönsten und eindrücklichsten Kommunikationsräume Münchens.“

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