22.10.2015

Event

Reichsparteitagsgelände: Erhalten! Wozu?

von Sabine Schneider

Bildnachweis: Museen der Stadt Nürnberg

Wie umgehen mit dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg?

Das Areal bröckelt vor sich hin. Es ist höchste Zeit, eine Entscheidung zu fällen, wie die Stadt, das Land Bayern und der Bund mit dem ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgelände umgehen wollen. Daher hat der Oberbürgermeister Ulrich Maly am letzten Wochenende ein Symposium im Dokumentationszentrum veranstaltet mit dem Titel „Erhalten! Wozu?“. Mit der Frage beschäftigten sich zwei Tage lang Historiker, Pädagogen, Künstler, Denkmalpfleger und engagierte Nürnberger im Publikum.

Bildnachweis: Museen der Stadt Nürnberg, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände; Hintergrundbild: Helmut Meyer zur Capellen, Collage: Martin Küchle
Bildnachweis: Stadtarchiv Nürnberg
Bildnachweis: Museen der Stadt Nürnberg, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bildnachweis: Museen der Stadt Nürnberg, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bildnachweis: Museen der Stadt Nürnberg, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Schon der Titel sagt, dass eine Erhaltung außer Frage steht. Nur wie weit soll man gehen? Die Ruinen nur absichern oder teilweise sogar rekonstruieren, damit man die Architektur wieder besser verstehen kann? Oder die neue Nutzung in den Vordergrund stellen und das Gelände auch für Veranstaltungen nutzen und dafür anpassen? Schon in der ersten Diskussionsrunde um Architektur und Denkmalpflege traten völlig gegensätzliche Ansichten unversöhnlich gegenüber: Winfried Nerdinger etwa plädierte für einen Rückbau des Geländes zum Jahr 1945; das heißt, alle Schilder, Absperrungen und teilweise die Bäume sollen entfernt werden, damit man die Dimensionen des Geländes wieder überblicken und begreifen kann – was derzeit nicht möglich ist. Im Gegensatz dazu kamen Stimmen vor allem aus dem Publikum, wie viele Fans etwa der „Norisring“ auf dem Zeppelinfeld für die Autorennen inzwischen aufweisen kann oder wie beliebt die Rockkonzerte dort sind. Es wurde auch deutlich, wie sehr die Nürnberger das Gelände als Park und Naherholungsziel schätzen, das ihnen ab 1933 weggenommen wurde, und wie groß die Sehnsucht nach Idylle ist. Symbol dafür ist etwa das traditionelle Park-Café Wanner, das schon im 19. Jahrhundert ein bekanntes Ausflugsziel war.

Am besten macht man sich selbst ein Bild. Zur Zeit gibt es wieder einmal einen guten Grund, das Gelände zu besuchen – eben wurde eine umfangreiche Ausstellung zu seiner Aneignung nach 1945 eröffnet: „Das Gelände: Dokumentation. Perspektiven. Diskussion.“ im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg. Sie läuft bis 13. März.

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