Architektur ist gebautes Licht

‚Make Sense‘ heißt die Ausstellung über das schwedische Architekturbüro White Arkitekter mit doppelter Bedeutung: sinnlich und sinnvoll möchten die Architekten ihre Arbeit verstanden wissen. Bis 19. Mai ist sie in der Architekturgalerie München zu sehen. Darin geht es unter anderem um nordisches Licht, nachhaltige Materialien und nicht zuletzt um den Menschen im Raum.

White Arkiteker ist eines der größten europäischen Architekturbüros mit über 900 Mitarbeitern. 1951 von Sid White gegründet, arbeitet das schwedische Büro seit mehr als sechs Jahrzehnten an internationalen Projekten und hat dabei immer dieselbe Grundphilosophie: dass gute Architektur die Gesellschaft verbessern kann. Da die meisten Mitarbeiter des Büros auch Anteile am Unternehmen haben, ist ihre Arbeitsweise besonders stark von Eigeninitiative geprägt.

Ihr Arbeitsspektrum umfasst viele Bereiche wie Stadtplanung, Landschaftsgestaltung, Wohn- und Bürobau, Schulen, Gewerbebau, Krankenhäuser sowie Sport- und Freizeitanlagen. Genauso vielschichtig ist auch das Team: Architekten arbeiten Seite an Seite mit Anthropologen, Städtebauer neben Künstlern, Nachhaltigkeitsexperten zusammen mit Forschern.

Die Lichtstimmungen des Nordens

Neben ihrer Neugier, die sie antreibt, und ihrer demokratischen Arbeitsweise ist es besonders das Licht, das es den Schweden angetan hat: Im Winter dunkel, im Sommer kaum Nacht – für White Arkitekter zählt das Tageslicht in Skandinvien zu einer wichtigen nachhaltigen Ressource, die es zu nutzen gilt.

Dazu schreiben sie: „Um das nordische Licht einzufangen, hüllen wir es vorsichtig in unsere Architektur ein. Wände und Dächer werden zu schützenden Händen, die keinen Tropfen Licht verschwenden, während Fenster und Öffnungen den Einfall des Lichts formen. Die Nuancenvielfalt des Lichts ist genauso unendlich wie die des wechselnden Wetters… Es gibt den Luxus von vier Jahreszeiten; das Tageslicht verändert sich zu jeder Stunde, Woche, Monat, Jahr. Tageslicht ist wahrer Reichtum, der von der Architektur gehütet werden muss.“

Passend dazu weckt auch die Gestaltung der Ausstellungsräume in der Architekturgalerie die Sinne. Der erste Raum verkörpert das Polarlicht, das sich in kalten Winternächten bläulich violett färbt, gefolgt von den warmen Farben des Tageslichts im zweiten Ausstellungsteil. Im letzten Raum wird die enge Beziehung zur Natur und zum Wald in grünen Lichtfarben deutlich. Holz ist aufgrund des großen Waldbestands in Skandinavien und als nachwachsende Ressource zu einem der wichtigsten Materialien für White Arkitekter geworden.

Man kann also von den Skandinaviern lernen: Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit im Kollektiv fördert zukunftsweisende Denkansätze und generiert nachhaltige Projekte, die „Sinn machen“.

Die Ausstellung ist in der Architekturgalerie München noch bis 19. Mai 2017 zu sehen. Weitere Informationen unter:

http://www.architekturgalerie-muenchen.de