25.08.2021

Gewerbe

Den Bogen raus

von Arian Schlichenmayer

Auf Basis eines Entwurfs des Büros studioninedots ist im Amsterdamer Stadtteil Nieuw-West ein multifunktionaler Komplex mit Backsteinfassade entstanden. Das zwölfgeschossige Gebäude trägt den Namen „Westbeat“.

 

Foto: Frans Parthesius

 

Einerseits spielt der Name Westbeat auf die Lage des Gebäudes westlich des Amsterdamer Stadtkerns an. Andererseits sucht man mit dem Namen auch die Nähe zu den kreativen, jungen Menschen, die sich hier ansiedeln und einen „neuen Beat“ nach Nieuw-West bringen sollen.

 

Foto: Frans Parthesius

Westbeat in Amsterdam stellt Entree für Stadtteil Niew-West dar

 

Auf etwas mehr als 24.000 Quadratmeter verteilen sich im Amsterdamer Westbeat Wohneinheiten mit Tiefgarage und Gemeinschaftsgarten, sowie Flächen, die für die öffentliche Nutzung vorgesehen sind. Folgerichtig wird die Nutzungstrennung bereits von außen an der Fassade deutlich. So markieren die rechteckigen Fenster, die den oberen Gebäudeteil gliedern, den privaten Teil. Währenddessen Kennzeichnen große Bogenöffnungen mit verschiedenen Radien den öffentlich nutzbare Bereich im Gebäudesockel. Darüber hinaus soll das Westbeat als exponiertes Gebäude am Stadtteilrand auch als eine einladende und beeindruckende Eingangspforte zum Quartier dienen.

Insgesamt 150 Mietwohnungen beherbergt das Amsterdamer Westbeat. Dabei stehen drei verschiedene Größen- und Ausstattungsvarianten unterteilen. Zwei bis Fünf Zimmer haben die Apartments. Ihre Fläche rangiert zwischen 41 und 147 Quadratmetern.

 

Foto: Frans Parthesius

Flexible Nutzung öffentlicher Bereiche

 

Zu seiner nordöstlichen Ecke öffnet sich das Amsterdamer Westbeat mit einer überhängenden Konstruktion. Sie entsteht aus einem „abknickenden Bogen“. Denn die Architektinnen und Architekten von studioninedots stellen bei der unregelmäßigen Arkade, die das Gebäude im Erdgeschoss umläuft, keinen Pfeiler übereck. Vielmehr lassen sie zwei halbe Bögen im Scheitelpunkt rechtwinklig zusammenlaufen. Auch im Innern des Gebäudes wiederholt sich beim internen Tragwerk das Thema des Bogens. Denn insgesamt 86 Bögen bilden im Innern spannende Durchblicke. Die für die öffentliche Nutzung vorgesehen Haupthalle misst 65 x 50 Meter und ist 8,5 Meter hoch. Dieser sogenannte „Super Space“ wurden bewusst frei von Hintergedanken an eine spezifischen Nutzung gestaltet. Auf diese Weise wollten Studioninedots einen wirklich flexibel nutzbaren Raum schaffen. Auch für die übrigen öffentlichen Bereiche im Gebäude haben die Architektinnen und Architekten ein Höchstmaß an Variabilität geplant.

 

Foto: Frans Parthesius

 

Die Fassade besteht aus Glas und rund 450.000 speziell für das Westbeat gefertigten Klinkern im sogenannten Waalformat. Produziert hat die Klinker die deutsche Ziegelbrennerei Deppe aus Uelsen-Lemke. Die Farbgebung der Steine changiert zwischen Ocker und einem sehr hellem Gelb mit vereinzelten grünlichen Einschlägen. Auf diese Weise entsteht im Gesamteindruck die gelbliche Farbe des Gebäudes.

Eine aufregende Villa von studioninedots zeigen wir in der Juli-Ausgabe des Baumeisters, die Sie in unserem Online-Shop erwerben können.

 

Foto: Frans Parthesius

 

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