31.03.2020

Event

Vorlesung von Jan De Vylder – Homeoffice-Kulturtipp

von Sophie Charlotte Hoffmann

HO­ME­OF­FICE-KUL­TUR­TI­PP: Buch (ILLUS­TRA­TI­ON: JURI AGO­STI­NEL­LI)


Schönheitskorrekturen

Schulen und Universitäten rüsten dank des Corona-Virus innert kürzester Zeit auf digitalen Unterricht um. Eine Zwangsmaßnahme, die auf den zweiten Blick viel Positives mit sich bringt. So können auch Sie an der Vorlesung von Jan De Vylder von AJDVIV teilnehmen – ohne Stift, ohne Notizen, ohne Prüfung.


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HO­ME­OF­FICE-KUL­TUR­TI­PP: Buch (ILLUS­TRA­TI­ON: JURI AGO­STI­NEL­LI)

Die Isolation hat auch etwas Positives: Die Corona-Pandemie macht über kurz oder lang erfinderisch. Die Regierung schickte Lehrer und Schüler in die Zwangsferien, der Semesterbeginn wurde aufgrund der Krise auf den 20. April verschoben. Schulen und Universitäten, Lehrkräfte und Schüler sowie Studierende müssen umdenken und Arbeitsmaterial online bereitstellen, beziehungsweise digital konsumieren. So auch an der US-amerikanischen Universität Cornell. Hier gab es vergangene Woche einen Vortrag im Livestream. Der Referent war der flämische Architekt Jan De Vylder, Mitbegründer des Architekturbüros Architecten De Vylder Vinck Taillieu mit Sitz in Gent.

Unter dem Motto „That It Does Not Look Good Makes That It Looks Good“ spricht De Vylder in seiner Vorlesung unter anderem über die Projekte „Caritas Jozef Triest Karus“ und „Palis Des Expositions Charleroi“. Inge Vinck, Jan De Vylder und Jo Taillieu sind Meister darin, scheinbar Altes, Kaputtes mit einfachen, kostengünstigen Mitteln zu reparieren und zu ergänzen: quasi Schönheitskorrekturen vorzunehmen. Es entstehen vielschichtige, kulissenartige Gebäude, die Lust machen, auf Entdeckungstour zu gehen und sie sich anzueignen.

Optimism of the Basics

Die Projekte von AJDVIV werfen Fragen auf, irritieren den Betrachter und spielen mit dessen Wahrnehmung. Zu Irritation geführt hat beispielsweise ein Pavillon, der für ein Musikfestival entstanden ist. Er besteht aus zwei Stützen aus groben Ziegeln und einer Beton-Bodenplatte sowie einem Dach aus Beton. Mörtel quillt aus den Fugen, das Projekt scheint fertig und unfertig zugleich. De Vylder beschreibt den Pavillon mit den Worten „optimism of the basics“.

Optimismus ist derzeit ein gutes Stichwort. Der eineinhalbstündige Vortrag ist sehenswert und lehrreich, in Zeiten in denen die Lehre neue Wege gehen muss.

Hier können Sie sich den Livestream des Vortrags kostenfrei ansehen.

Hier finden Sie den letzten Kulturtipp: Wo die wilden Menschen jagen.

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