Komfortables Wohnen auf kleiner Fläche

Verkehrsstaus, Luftverschmutzung und Platzmangel sind die Folgen von Hanois rapider Verstädterung. Viele zeitgenössische Bauprojekte in Vietnams Hauptstadt arrangieren sich daher mit winzigen Bauplätzen – wie auch das VH House vom vietnamisch-tschechischen Büro ODDO Architects.

Das Wohnaus für eine vierköpfige Familie befindet sich auf einem Grundstück von gerade mal 4×16 Metern. Dennoch wollten die Architekten einen luftigen und offenen Raum schaffen, der den Bewohnern ein großzügiges Raumgefühl vermittelt und den die ganze Familie nutzen kann. Daher wurde das Erdgeschoss als durchgehender Wohnraum konzipiert, kleine Außen- und Innenhöfe teilen ihn.

Erhaltung von Grünflächen

Da der Bauplatz zuvor als Garten mit Obstbäumen und Gemüse genutzt wurde, sollte auch das neue Wohnhaus Platz für Grünpflanzen schaffen: Die Dachflächen sind von offenen Gärten bedeckt, in denen die Familie ihr eigenes Gemüse und Obst anpflanzen kann.

Auch für die Stadt ist jedes Stück Grünfläche von Bedeutung, wo es an öffentlichen Plätzen für die Bewohner mangelt. Im Haus übernehmen die Bäume und Pflanzen zudem die Funktion der räumlichen Trennung: Sie unterteilen die Räume und ersetzen somit somit klassische Wände.

Lokale Baumaterialien

Aufgrund des geringen Budgets der Bauherren wurde das Haus aus günstigen lokalen Materialien wie Ziegeln gebaut. Um den Stromverbrauch der Klimaanlage zu verringern, kann man das Haus quer lüften.

Die Absicht war, eine räumliche Harmonie zwischen dem traditionellen Haus, dem örtlichen Klima und dem zeitgenössischen Lebensstil zu finden. „Dieses Haus kann als Beispiel dienen, wie man ein Haus in Hanoi mit Schwerpunkt auf lokalem Klima und Kultur baut“, erklären ODDO Architects.