Umbau Archäologische Staatssammlung

Die Archäologische Staatssammlung München soll saniert und erweitert werden. Bevor das Haus demnächst für mehrere Jahre für die Umbauarbeiten schließt, empfiehlt sich unbedingt ein letzter Blick: Vor einigen Tagen wurde die Schluss-Ausstellung eröffnet – sie zeigt die Sammlungsgeschichte und befasst sich auch mit der Architektur des Hauses. Sie galt damals zur Fertigstellung im Jahr 1974 als hochmodern: Die Aufteilung in gleiche, zusammenhängende Kuben, die Cortenstahl-Fassade, das sichtbare Stahlbetonraster im Inneren, der typische Rauputz der Zeit und vor allem die Holzkassettendecke, an die ein eigens entwickeltes Ausstellungssystem aus schwarzem Gestänge, Schaukästen und -tafeln andockt – das alles ist noch, wie es war, und verbreitet eine angenehm dunkel-nostalgische Atmosphäre.

Ausgestellt werden auch die Umbaupläne des spanisch-Berliner Büros Nieto Sobejano. Neben der Generalsanierung des Bestands sehen sie einen unterirdischen Annex mit stützenfreier Halle vor (siehe Rendering). Fuensanta Nieto, die ebenfalls zur Ausstellungseröffnung gekommen war, scheint auch vom Charme des Gebäudes gefangen: „I love the grid“, sagt sie über das Ausstellungssystem. Eine gute Vorrausetzung für die Sanierung.

Die zukünftige Szenografie des Museums wird das Stuttgarter Atelier Brückner übernehmen. Es soll kein Hightech-Spektakel werden, sondern „100 Prozent analog“, wie Uwe Brückner erläutert. Er hat eine ganz besondere Beziehung zu dem Bau, denn als er zum Architekturstudium nach München kam, wurde er gleich zum wichtigsten Neubau der Stadt geschickt, der als vorbildlich galt: Das war die Archäologische Staatssammlung. „Die Cortenstahlfassade war damals eine Revolution“, sagt er begeistert. Einer der Architekten, Johann-Christoph Ottow war auch sein Lehrer – der Entwurf stammt aus dem Büro Helmut von Werz, Ottow, Erhard Bachmann und Michel Marx.

Tipp: Enrique Sobejano hält am 24. Februar einen Vortrag in der Archäologischen Staatssammlung über „Museen des 21. Jahrhunderts“.

Die Ausstellung „Vergangenheit + Zukunft“ ist noch bis 5. Juni  zu sehen.