03.12.2023

Hotel

The Bolder von Snøhetta

Holz
The Bolder besteht aus vier Hütten, die über dem Boden zu schweben scheinen. Foto: Elin Engelsvoll
The Bolder besteht aus vier Hütten, die über dem Boden zu schweben scheinen. Foto: Elin Engelsvoll

Das norwegische Architekturstudio Snøhetta hat ein besonderes Projekt am Lysefjord entwickelt: Die Bolder-Hütten scheinen über dem Boden zu schweben und mit der Natur zu verschwimmen. Mehr über die vier Hütten lesen Sie hier.


Der Natur ganz nahe

Das norwegische Architekturstudio Snøhetta ist dafür bekannt, Landschaft und Architektur miteinander in den Dialog treten zu lassen. Das kürzlich fertiggestellte Projekt The Bolder am westnorwegischen Lysefjord zeigt, wie das aussehen kann: Es besteht aus vier Hütten, die über den Boden gehoben sind. Sie sollen laut dem Architekturbüro so sehr wie möglich mit der umgebenden Natur harmonieren, um die Grenzen zwischen drinnen und draußen verschwimmen zu lassen. Das Projekt begann im Jahr 2020 und entstand aus dem Wunsch heraus, ein besonderes und authentisches Erlebnis zu schaffen, bei dem die Natur die Hauptrolle spielt. So sind insgesamt vier Hütten entstanden. Sie tragen die Namen Stylten, Myra, Stjerna und Eldhuset.

Fotos: Elin Engelsvoll
Fotos: Elin Engelsvoll
The Bolder besteht aus vier Hütten aus Holz und großen Glasfassaden.
Fotos: Elin Engelsvoll: Snøhetta

Holz und großzügige Glasfassaden

Jede Hütte bietet einen außergewöhnlichen Blick auf den Lysefjord und die umliegende Natur. Die ersten drei Hütten sind jeweils 38 Quadratmeter groß, während Eldhuset 60 Quadratmeter misst. Die Hütten sind als Ferienhäuser buchbar. Von außen bestehen die Bolder-Hütten aus rotem Zedernholz. Innen kam vor allem Eichenholz zum Einsatz. Betonpfeiler heben jede Hütte über den Boden, und die großzügigen Glasfassaden bieten Panoramablicke und vermitteln das Gefühl, der Natur besonders nahe zu sein. Snøhetta hatte das Ziel, mit diesem Projekt die Natur zu bewahren. Zudem soll das Gefühl einer unberührten Landschaft entstehen.

Fotos: Elin Engelsvoll
Fotos: Elin Engelsvoll
Die Hütten vermitteln den Gästen das Gefühl, der Natur ganz nah zu sein.
Fotos: Elin Engelsvoll

Ein meditativer Fluss

Durch den minimalen Fußabdruck auf die Umgebung gelingt es mit den Bolder-Hütten, die Natur vor Ort so wenig wie möglich zu unterbrechen. Besuchende sollen ein Gefühl der Schwerelosigkeit genießen, den Blick bewundern und sich nach einem Wandertag am Fjord in einer der Hütten entspannen können. Um auch im Inneren der Hütten die Ruhe der Natur zu unterstreichen, wählen die Architekten ein minimalistisches Design mit Möbeln aus natürlichen, haltbaren Materialien in erdigen Farben und organischen Texturen. Die durchdachte Inneneinrichtung unterstreicht den meditativen Fluss, den der Raum erzeugt.

Fotos: Elin Engelsvoll
Fotos: Elin Engelsvoll
Ziel war es, mit den Hütten innen und außen verschmelzen zu lassen.
Fotos: Elin Engelsvoll

Naturnachahmung

Jede Hütte verfügt über ein Erdgeschoss mit einem Bett und einem Badezimmer sowie einem Obergeschoss mit Küche und Essbereich. Holz, Marmor und Leder sind die dominierenden Materialien. Der Betonboden in der unteren Etage soll dem Dekor eine raue Note verleihen. Um die Natur der Umgebung mit ihren Kiefern und Granitsteinen zu imitieren, entschied sich Snøhetta für die Nutzung von Holz und Beton aus der Umgebung. Die Bäume, die für den Bau gefällt wurden, kamen in anderen Teilen des Projektes zum Einsatz und der Granit, der aus dem Boden geschnitten wurde, diente als Basis für den Beton.

Foto: Henrik Moksnes
Foto: Henrik Moksnes
Foto: Henrik Moksnes
Foto: Henrik Moksnes
Foto: Elin Engelsvoll
Foto: Elin Engelsvoll

Nester an der Klippe

Um Besuchern ein naturnahes Erlebnis zu bieten, konzentrieren sich die Hütten außerdem auf die verschiedenen Ausblicke sowie auf die Qualitäten der verwendeten Materialien. Somit besitzen die Hütten ein natürliches Oberlicht und große Glasflächen. Damit ist der Innenraum je nach Tageszeit und Witterung unterschiedlich vom natürlichen Farbspektrum inspiriert. Die Dächer der Hütten sind an der Unterseite gespiegelt. Es entsteht der Eindruck eines vom Boden gelösten Objekts, ein Holznest, das über der Kante der Klippen schwebt. Die asymmetrische Anordnung verstärkt zudem das Gefühl der Schwerelosigkeit.


Verschmelzung von innen und außen

Mit The Bolder gelingt es Snøhetta, die Innen- und Außenräume zu einer einheitlichen Form zu verschmelzen. Selbst vom Bett aus hat man eine ungehinderte Sicht auf die sich ständig verändernde Umgebung. Und die gedämpften, neutralen Lichter bieten ausreichend Beleuchtung, um auch nach Sonnenuntergang die Umgebung auszumachen. Bis auf den Strom, der das Licht und die Einrichtungen der Hütten versorgt, ist The Bolder unabhängig vom Netz. Als Wasserversorgung dient natürlich gewonnenes Quellwasser aus einer Kläranlage. In den nächsten Jahren sollen zwei weitere Gebäude als Teil des Bolder-Projektes am Lysefjord fertiggestellt werden, eine Lounge und ein Gourmet-Restaurant mit Zutaten aus der Region. Die Hütten können bereits zur Übernachtung gebucht werden.

Anlässlich unserer Curated-Ausgabe mit Snøhetta sprachen wir im Juni 2021 mit Snøhetta über die Arbeit des norwegischen ArchitekturstudiosDie von Snøhetta kuratierte Ausgabe gibt es hier

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