Sylt, Hörnum, Hotel Budersand

Zugegeben, es ist nicht standesgemäß, zu einem Fünf-Sterne-Hotel mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Aber für einen Kurztrip von Hamburg nach Sylt bietet es sich einfach an: bis Westerland mit dem günstigen Länder-Ticket. Meer, Watt, Strand, Dünen, Friesenhäuschen – eigentlich kann man all das ohne großes Gepäck von Westerland aus sogar zu Fuß erwandern. Bis nach List im Norden oder südlich über Rantum hinaus, wohin die berühmte Sansibar lockt, kommen die meisten Touristen ohnehin kaum. Doch heute geht es mit dem Bus bis nach Hörnum, dorthin kam man als gelegentlicher Sylt-Gast vielleicht bisher für einen Spaziergang rund um die Hörnum-Odde, die schrumpfende Südspitze der Insel, oder um Kegelrobbe „Willi“ im Hafenbecken von Hörnum einen Besuch abzustatten. Neuerdings sticht, wenn der Bus die letzten Kurven vor dem Hafen hinter sich gelassen hat, das neue – und für Sylt völlig neuartige – Luxus-Hotel Budersand ins Auge. Eingebettet ist das Haus in eine flache Hügellandschaft, die neu geformt wurde mit dem Bauschutt einer Kaserne, die hier früher stand. So ergab sich sogar der Platz für einen hauseigenen Golfplatz direkt neben dem Hotel. Aber erstaunlich, dass man der traditionsbewussten Sylter Welt so eine nüchterne Architektur anbieten kann, die ganz ohne Friesenwall-Reetdach-Delfter-Kacheln-Ambiente auskommt.

Denn das dreieinhalbgeschossige Gebäude ruht wie eine Botschaft der Vorarlberger Einfachheit direkt am Wasser. Oberhalb des Erdgeschosses setzt es sich aus vier weißen Kuben zusammen, die über Brücken miteinander verbunden sind, mit begrünten Innenhöfen, eingefasst von silbrig schimmernden Zedernholzlamellen, welche sich optisch verbinden mit dem glitzernden Meer und den trockenen Gräsern des Strandhafers – eine konsequent moderne Ästhetik, die dank der natürlichen Materialien warm und einladend erscheint und sich im Inneren fortsetzt. Gleich hinter den sich automatisch öffnenden Portaltüren werden die Gäste statt an einem Tresen an zwei mit Rochenleder bezogenen Tischen empfangen, was man als extravagante Abweichung vom Standard internationaler Hotels bemerken wird. Jura-Marmor, Holz und Leinen in Sandtönen lassen die Lobby trotz ihrer Größe gemütlich wirken. Die Lage des Budersand direkt am Ufer macht es möglich, dass man beim Gang durch das Haus am Ende der Flure immer wieder nurWasser und Himmel sieht.

In den Zimmern zieht die große Fensterfront die Blicke nach draußen, über den privaten Balkon hinüber aufs Meer, die Dünen, den Golfplatz oder den Hörnumer Hafen. Die Möbel wurden je nach Aussicht unterschiedlich angeordnet. ZumWatt rückt das Bad direkt vor die Fassade, das Örtchen ist (mit eigenem Telefon) abgetrennt, dafür steht die sehr tiefe, eher unbequeme Design-Badewanne frei direkt vor dem Fenster. Der wunderschöne Ausblick beim Bad, bis nach Amrum und Föhr, wird am Ende leider mit Nackensteife bezahlt. Im Bett fernsehen kann man nicht, der große Flachbildschirm ist der Sitzecke zugeordnet, und WLAN gibt es auch nicht. Dafür aber einen herrlichen Spa, ein Hallenbad, diverse Sonnenterrassen und eine von Elke Heidenreich reichlich bestückte Bibliothek. Nach der Sauna holen wir uns einen Schmöker ins Zimmer, lauschen im Bett noch dem Meeresrauschen. Morgen wird ausgeschlafen, denn ein Traum-Frühstück wartet bis mittags um zwölf.

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Adresse

Hotel Budersand
Am Kai 3, 2 Hörnum
www.budersand.de