Rotterdam, Nhow-Hotel

Auch wenn Sie in diesem Hotel nicht übernachten, ein Besuch der Bar empfiehlt sich auf jeden Fall: Nirgends sonst in Rotterdam hat man so einen imposanten Blick über die Erasmus-Brücke (UNStudio), die Lastkähne auf der Maas, die träge vorbeischippern, und die Stadt.

Das Nhow-Hotel ist im Ostturm von OMAs Hochhaus-Cluster „De Rotterdam“ untergebracht, die Hotelbar liegt im siebten Stock. Stellen Sie sich diesen stadtbekannten Treffpunkt nicht etwa als schummrige Höhle zum winterlichen Whiskyschlürfen vor, sondern als weiten, doppelgeschossigen, L-förmigen Saal, der das Betreten jedes Gasts zum Auftritt werden lässt: Schwarz eingefärbter, glänzender Estrich, hohe Sichtbetonwände, wallende Vorhänge und eine abgehängte Gitterrost-decke mit scheinwerferartigen Leuchten erinnern an einen leeren Bühnenraum; schwarz-weißes Mobiliar bildet den neutralen Hintergrund für coole Outfits. Dementsprechend sollte man den Koffer gepackt haben.

Dagegen wirkt das Entree im Erdgeschoss auf den ersten Blick alles andere als einladend, eher wie ein schlecht beleuchteter Rohbau, in dem der Rezeptionstresen provisorisch abgestellt wurde; unwillkürlich schaut man sich nach Handwerkern um. Es wird einem etwas bang, wenn man in Richtung Aufzug geht: Wie sehen wohl die Gästezimmer aus? Keine Sorge. OMA haben ein architektengerechtes Ambiente in Edelstahl, Betongrau und Glas entworfen: kompakt, aber angenehm und funktional durchdacht.

Das völlig schnörkellose Interieur ist minimiert auf geschlossene Schrankwände, Sichtbetondecke, Parkettboden und ein wandhohes dunkel spiegelndes Wandelement gegenüber dem Bett, in dem der Bildschirm auftaucht. Das Bad ist nur durch eine weiß bedruckte Glaswand und die Badewanne vom Raum abgetrennt. Öffnet man die Badtür aus satiniertem Glas, schließt sich gleichzeitig das WC. Griffe gibt es keine, Schubladen und Schranktüren werden nur leicht angetippt.

Die 278 Gästezimmer liegen im 20. bis 23. Stock. Hier lässt sich auch die Fassade mit den raumhohen Scheiben einmal aus der Nähe betrachten: Das enge, kräftige Raster wirkt schützend und lässt beim Blick in die Tiefe keine Höhenangst aufkommen. Von manchen Zimmern aus kann man am Morgen in wenigen Metern Entfernung die Angestellten der Rotterdamer Stadtverwaltung beobachten, wie sie in ihren Büros ankommen, Kaffee holen und sich vor ihre Bildschirme setzen. Aber zum Schauen ist nicht mehr viel Zeit: jetzt noch ein wenig aufgepeppen und dann zum Frühstück, das ebenfalls in der Bar zelebriert wird.

Adresse

Nhow Hotel
Wihlelminakade 137
Rotterdam 3072 Niederlande
Tel.+31 102067600
www.nhow-rotterdam.com