Raumzeichnungen

Die Künstlerin Brigitte Waldach befasst sich mit gesellschaftskritischen Themen wie dem Deutschen Herbst, Terrorismus, Religion und der Rolle von Mann und Frau – harte, laute Materie. Ihre Zeichnungen sind jedoch fein und stark, poetisch und politisch zugleich.

Der 49-jährigen kreativ Schaffenden, die in Berlin geboren ist und seither in der hippen Hauptstadt wohnt und arbeitet, war es immer wichtig Themen zu behandeln, die alle beschäftigen. Es sind existenzielle Themen. Es geht um Liebe, um Tod, um Unverständnis. Die Baselitz-Meisterschülerin widmet sich dem Medium Raum in allen seinen Facetten: „Es kann der landschaftliche Raum oder der zweidimensionale Bildraum sein. Das kann aber genauso gut der reale Raum sein, der immer Wirkung zeigt.“

„Brainbox Ideology“ heißt ihre aktuelle Installation, die sie derzeit in der Kunsthalle Brandts in Dänemark ausstellt. Bei der Raumzeichnung handelt es sich um eine farbenfrohe 3D-Zeichnung: „Ich sehe einen Raum, reagiere auf den Raum und sehe eigentlich schon, wie man den verspannen, bearbeiten könnte. Und dann geht es los. Ich löse die Linie von der Zweidimensionalität los und zeichne das Material Gummiband im Raum weiter.“ So entsteht ein minimalistisches Geflecht aus roten und blauen Fäden, die die geschriebenen Worte, Eigenschaften von Mann und Frau, in der gebauten Umgebung fortsetzen. Die Wandzeichnung scheint sich förmlich in die dritte Dimension auszudehnen. Wände und Volumen verschmelzen so durch reduzierte gestalterische Mittel zu einem Gesamtkunstwerk, das Skulpturen von Fred Sandback ähnelt. Seit 2002 ist Rot die vorherrschende Farbe ihrer Zeichnungen, Fotografien und Installationen.

Eine einzigartige Raumerfahrung, denn die Besucher wandeln in der Zeichnung Waldachs umher und jede Art von scheinbarer Festlegung verändert sich immer wieder, mit jedem Schritt.

Hier geht’s zum Arte-Interview mit der Berliner Künstlerin