Palo Alto, Epiphany Hotel

Spektakulär ist diese Architektur nicht. Aber dem Ort angepasst. Das „Epiphany Hotel“ in Palo Alto residiert im Epizentrum der geschäftigen Lässigkeit, fünf Fußminuten von der Universität Stanford entfernt. Klarheit und einen Hang zum Leichten – das ist die Atmosphäre, welche diese vor einem Jahr fertig gestellte Renovierung eines achtstöckigen 70er-Jahre-Gebäudes ausstrahlt. Die Zimmer wirken großzügig und wurden in einer Mischung unterschiedlicher Hölzer unaufgeregt gestaltet. Auch die Lobby mit Zugängen von zwei Straßen wirkt klar und gerade. Allerdings sorgt eine Lichtinstallation an der Decke mit 100 einzeln steuerbaren LED-Leuchten für Hinguckeffekte.

Etwas eklektischer haben die Architekten das Restaurant gestaltet, mit schweren Ledersesseln, die den lokalen Unternehmern den Abschluss des nächsten Business-Deals erleichtern sollen. Das Epiphany will funktionieren, leugnet aber nicht den ins Digitale verliebten Geist des Silicon Valley. Die hinter breiten Auslässen in der Wand verborgene Beleuchtung wird flankiert von 01-Zahlenreihen. So viel Spielerei muss dann doch sein in dieser Gegend, in der die nächste Idee mehr zählt als der opulente Schein. Hier wird gearbeitet – und zwar in Teams. In diesem Geiste bietet das Gebäude überdurchschnittlich viele Gemeinschaftsbereiche. Die 86 Zimmer werden ergänzt durch diverse Arbeits- und Co-Arbeitsräume.

Wie vieles in Palo Alto, so ist auch das Epiphany in einem Kreativworkshop entstanden. Vor Baubeginn hat der lokale Design-Think Tank „Ideo“ aufgezeigt, wie ein Hotel den Bedürfnissen von IT-Unternehmern oder Stanford-Wissenschaftlern entspricht. So entstanden beispielsweise große Balkone, auf denen gearbeitet werden kann und die sich nach Bedarf zu größeren Einheiten formieren lassen.

Verantwortlich für den Umbau des 1971 eröffneten Gebäudes waren Steinberg Architekten mit Sitz in Palo Alto. Vor allem die Außenhaut wurde komplett erneuert. Der 70er-Jahre-Charakter wurde teilweise beibehalten. Allerdings hätten die Architekten dem Gebäude noch etwas mehr Authentizität zumuten können. Der seitlich an die Fassade gepinselte, türkis hinterlegte Baum wirkt doch etwas befremdlich. Aber man ist halt auch im Zentrum des Virtuellen. Auffälligstes Merkmal neben der Bildfassade: das überstehende Holzdach, das sich nach hinten seitlich an eine ebenfalls hölzerne Fassade anschließt. So bekommt das Gebäude eine gewisse Rustikalität – auch wenn das Holz reichlich poliert wirkt.

Ein prägnanter Akzent bietet sich an der Ecke zu den beiden Hauptstraßen, an denen das Gebäude positioniert ist. Eine getäfelte Lochblech-Fassade im Sockelgeschoss zeichnet den tausend Jahre alten Küstenmammutbaum nach, der der Stadt ihren Namen gab. Damit aber genug der Spielereien. Das Epiphany ist nicht spektakulär, sondern ein unaufgeregtes, aber funktionierendes Hotel. Und das ist ja schon mal was – auch in der Technologiefabrik Palo Alto.

Adresse

Epiphany Hotel
180 Hamilton Avenue
Palo Alto, CA 94301 USA
epiphany@jdvhotels.com
www.jdvhotels.com/the-epiphany-hotel/