NA TOLL, UND JETZT? SIEBENECK.

Gerade mit dem Studium fertig – oder in den letzten Zügen – und echt. keinen. Plan., wie es weitergehen soll? An diesem Punkt waren wir alle schon. Gewöhnt, immer ein Ziel vor Augen zu haben, macht sich jetzt ein großes Fragezeichen breit. Adieu Uni, hallo Zukunftsängste. Wir haben das Gegenmittel: Junge Büros und Arbeitnehmer, die ihren eigenen Weg gehen. Wir haben sie nach ihren größten Ängsten, Inspirationen und Erfolgen gefragt.

Heute: Siebeneck

Die sieben Mitglieder von Siebeneck haben sich während ihres Studiums an der Technischen Universität Berlin gefunden. Die Idee reifte weiter, als sie in Berlin Kreuzberg eine kleine Remise als Atelier fanden, die sie mit viel Herzblut zu ihrem Büro umbauten. Dort entwerfen sie nicht nur Gebäude und denken Architektur, sondern mittlerweile auch Webseiten. Im Gespräch mit Baumeister Academy erzählen sie, wieso ein Vogelnest sie zuletzt beinahe den letzten Nerv gekostet hätte …

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Siebeneck sind Timoteo Goldschmidt, Pawel Goldstein, Johannes Irmen, Bastian Landgraf, Markos Lasos, Niklas Martin und Konstantinos Papadis (Bild: Siebeneck).

 

Was war euer größter Erfolg?
Unser größter Erfolg zeigt sich im Grunde jeden Tag. Viele Außenstehende hatten uns vor der Gründung vom Siebeneck davon abgeraten, mit sieben sehr individuellen Persönlichkeiten Projekte anzunehmen, wobei jeder gleichberechtigt ist. Es zeigt sich jedoch, dass es mit einer durchdachten Struktur und viel Kommunikation funktionieren kann.

Welches Projekt hat euch zuletzt sprachlos gemacht?
Unser aktuelles Wohnungsbauprojekt. Dort hat ein Vogelnest in einer Brandwand das Bauvorhaben beinahe um ein halbes Jahr in die Länge gezogen.

Was bricht euch das Herz?
Das es oft vielmehr nur um Architekten geht, anstatt um Architektur.

Was liebt ihr am meisten an eurer Tätigkeit?
Jeden Tag aufs Neue den Arbeitstag mit guten Freunden und einem Espresso zu starten, an unterschiedlichen spannenden großen und kleinen Projekten parallel arbeiten zu können und zu wissen, dass man mit Problemen, die Projekte mit sich bringen, nicht alleine ist.

Was hat euch den letzten Nervenzusammenbruch gekostet?
Als wir in einer Nacht- und Nebelaktion kurz vor einer Ausstellungseröffnung quer durch Deutschland fahren mussten, um dem Schreiner unter die Arme zu greifen, damit die Ausstellungsmöbel rechtzeitig fertig werden.

Wovor habt ihr am meisten Angst?
Natürlich plagen uns die selben Sorgen und Gedanken, die jedes junge Büro hat, zum Beispiel wie weit man in Vorleistung gehen kann, um einen neuen Auftrag zu akquirieren. Wir sind aber stets bemüht die Angst aus unserem Beruf fernzuhalten. Man sollte sich auch trauen ins kalte Wasser zu springen.

„Nine to five“ oder doch eher „eleven to ten“?
Mal so mal so… Ist leider sehr projektabhängig. Nine to five sollte es künftig schon werden. Bis dahin wird der Laptop auch mal im Urlaub aufgeklappt. Denn die Verwirklichung des eigenen Projekts ist Ansporn und Belohnung zu gleich.

Was ist euer nächstes Ziel?
Da gibt es viele individuelle Ziele. Für den einen ist es die Fertigstellung unseres Holz-Wohnungsbaus in Berlin, für die anderen die Akquise eines neuen, vielversprechenden Projekts. Andere träumen von einer Dachterrasse auf unserer Büroremise.

Die Baumeister Academy ist ein Praktikumsprojekt des Architekturmagazins Baumeister und wird unterstützt von GRAPHISOFT und der BAU 2019.