Künstler als Auftraggeber

„Ich wollte etwas Bedeutungsvolles haben, und alles, was ich bekam, war diese glatte, oberflächliche Sophisterei“ sagte Edith Farnsworth, Bauherr des von Mies Van der Rohe entworfenen Farmsworth House in Chicago, als er zum ersten Mal das berühmte Werk der modernen Architektur sah.

Nicht immer – wie diese Anekdote ersichtlich macht – ist die Beziehung zwischen Architekt und Auftraggeber erfolgreich. Eine gute Zusammenarbeit kann sich ergeben, wenn der Auftraggeber selbst ein Künstler ist.

Die Beziehung zwischen Architekt und Bauherr ist auf jeden Fall seit eh und je eine der faszinierendsten Verbindungen, da sie notwendigerweise eine Kollision zwischen Ego und Ehrgeiz erzeugt. Es ist daher kein Zufall, dass man in der Kunst- und Architekturgeschichte eine Vielzahl von Beispielen darüber finden kann wie: der Auftrag von Brunelleschi für die Domkuppel in Florenz, das erwähnte Missverständnis für das Mies Van der Rohes Farnsworth House oder die von David Adjane für seine Künstlerfreunde entworfene Atelierhäuser.

Genau diesem spannenden Untersuchungsfeld widmet sich nun eine internationale Architekturausstellung mit dem Titel „Künstler als Auftraggeber von zeitgenössischer Architektur“ im Bielefelder Kunstverein. Sie dokumentiert durch neun Projekte, was bei einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Architekten entstehen kann und was zudem Ergebnis von einem Projekt, das nicht von einem Investor gefördert wurde.

Ziel ist es, die besondere architektonische Qualität zu zeigen, die unter diesen außergewöhnlichen Anforderungen entstehen kann. Eine Auswahl von Projekten aus Argentinien, England, Italien und der Schweiz dokumentiert das Thema, indem sie eine Reihe vor allem von Ateliers und Privathäusern präsentiert. Die Projekte werden durch Fotografien sowie Grundrissen, Modellen, Skizzen und Videos aufgezeigt.

Die Ausstellung findet noch bis 12. Juli statt.