Homo mobilis an der Waterkant

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Wo einst Hafenkräne unermüdlich Waren verluden, entsteht heute ein neuer Stadtteil: die Bremer Überseestadt. Mit der Umnutzung traditioneller Hafengebäude wie dem „Schuppen Eins“ gelingt der Brückenschlag zwischen Schifffahrtstradition und Aufbruch an der Weser.

Im Rahmen des Masterplans entstehen bis 2025 zahlreiche Neubauten. Aber auch Hafengebäude werden saniert und knüpfen mit ihrer Industriearchitektur an die alte Hafentradition an. Der direkt am Kai des Europahafens gelegene „Schuppen Eins“ war bei seiner Fertigstellung im Jahr 1959 der größte Hafenschuppen in Europa. Im Gegensatz zu einem Speicher, in dem Waren über einen längeren Zeitraum eingelagert werden, diente der Schuppen stets als kurzfristiger Umschlagplatz für Güter aller Art.

Das Konzept:

Der Investor KJH Verwaltungs GmbH & Co. KG erwarb 2007 die nordwestliche Hälfte des denkmalgeschützten Schuppens und baute ihn bis 2013 zu einem Zentrum für Automobilkultur und Mobilität um: „Mit dem ‚Schuppen Eins’ wollten wir ein Kompetenzcenter für Mobilität von gestern, heute und morgen schaffen“, erläutert Daniel Hornung, Projektleiter des Investors. „Jetzt können Besucher beim Flanieren auf dem Boulevard Tradition und Fortschritt rund um das Automobil erleben.“

Das zweigeschossige Lagergebäude erstreckt sich über 200 Meter entlang des Hafenbeckens und ist 50 Meter tief. Dank eines 150 Meter langen Boulevards kann man nun im neun Meter hohen Erdgeschoss an Werkstätten, Läden und Restaurants entlang flanieren. Im Obergeschoss befinden sich Büros und Wohnlofts. Das Konzept für die Umnutzung stammt von Westphal Architekten aus Bremen, die den vorangegangenen Wettbewerb für sich entscheiden konnten.

Über zwei Autolifts gelangen die Bewohner mit ihrem Auto direkt ins Obergeschoss. Dort können sie auf einer breiten Fahrstraße direkt zu ihrer zum Wohnloft gehörenden Garage fahren. Das mobilitätsaffine Umbaukonzept ist preisgekrönt: es wurde vom BDA Bremen mit dem BDA-Preis 2014 ausgezeichnet.

Technische Daten:

Für die neuen Wohnlofts im Obergeschoss lieferte die Heidelberger Beton GmbH den Transportbeton vom Werk „Industriehafen“ per Fahrmischer auf die Baustelle. Wände und Decken der zweistöckigen Lofts wurden aus insgesamt 1.318 Kubikmetern eines C25/30 und 913 Kubikmetern eines C30/37 erstellt. 200 Kubikmeter wurden als Easycrete C30/37 für schlanke Bauteile geliefert.

Für den Boden des landseitigen Bürotrakts verwendete Heidelberger Beton 137 Kubikmeter Anhyment, der über eine Schneckenpumpe Estrich Boy FHS 200/3 der Firma Brinkmann mit einer Förderleistung von 12 Kubikmetern pro Stunde ebenfalls ins Obergeschoss gepumpt

Der Calciumsulfatfließestrich wurde über 50-Millimeter-Schläuche als 3,5 Zentimeter Estrichschicht unter Schwabbeln für eine optimale Oberfläche auf einer Hohlraumbodenkonstruktion eingebracht. Die Bauweise bot dem Bauherrn große Flexibilität in der späteren Raumaufteilung, da sich alle Kabellagen in dem entstandenen Hohlraum verlegen lassen und so jederzeit Neuverteilungen vorgenommen werden können.

Fotos: HeidelbergCement/Steffen Fuchs