Hans Hollein: Werk und Verhalten

„Architektur ist ein Medium der Kommunikation“ konstatierte der Wiener Architekt und Pritzkerpreisträger Hans Hollein 1967 in „Alles ist Architektur“. Zudem sei es möglich, „die Botschaft eines Gebäudes nur durch die Medien der Information (Presse, TV und dgl.) zu erleben“.

Dass dies möglich ist, zeigten jetzt Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter des Lehrgebietes Stadtbaukunst und Entwerfen an der TU Kaiserslautern. Unter der Leitung von Matthias Castorph und dem Architekturfotografen Michael Heinrich machten sie sich im Rahmen des Seminars „Stadtbaukunst/Fotografie für Architekten“ im Sommersemester 2016 auf nach Wien, um das heutige Verhältnis zwischen dem gebauten Werk Holleins und dem jeweiligen Kontext zu dokumentieren. Entstanden ist ein Zeitungsmagazin, bei denen jeweils Fotos der noch erhaltenen Werke bekannten Textzitaten von Hans Hollein gegenübergestellt sind.

Architektur im Wandel

Die Architektur, die nun mal mit dem Leben und der Gesellschaft „eng verbunden“ ist, sei von ihrem stetigen Wandel ebenso betroffen wie der Beruf des Architekten selbst. Die Studierenden untersuchten anhand ihrer Aufnahmen inwiefern auch Holleins Werke einem Wandel ausgesetzt waren. Was war oder bleibt an diesem Werk relevant? Wie haben sich die Werke in alltäglichen Situationen er- und verhalten? Was war oder bleibt in Werk und Thesen verständlich und lesbar? Während man an manchen Bauten nur kleine, fast unmerkliche Veränderungen feststellen konnte, waren sie bei anderen gravierender. „Man bemerkt Umgestaltungen, neue Nutzungen und sieht als Folge auch ehemals berühmte Ikonen der postmodernen Architektur in alltäglichen Situationen und prekären Verhältnissen“, so Matthias Castorph.

Zum Ausstellungsabend in der Architekturgalerie Kaiserlautern ist eine Ausgabe der aktuell herausgegebenen Zeitung „Werk und Verhalten“ mit den Bildern und Texten erschienen.