Frankfurt am Main, Hotel Roomers

Wer das Hotel Roomers betritt, lässt den helllichten Tag hinter sich: Im Hotel regiert die Nacht. Das Gefühl, in einem Film mitzuspielen, in dem niemals die Sonne aufgeht, ist ungewöhnlich, aber nicht unangenehm: Alle Sinne sind gespannt, der Alltag ist mit einem Schlag vergessen.

Von außen lässt das Hotel kaum etwas von seinem finsteren Inneren erahnen. Das Gebäude wurde als Bürohaus geplant, und erst als sich die Geschäftsführer Micky Rosen und Alex Urseanu dazu entschieden, an diesem Ort ein Designhotel zu eröffnen, fand die Verwandlung zum mysteriösen Übernachtungstempel statt. Als Zeichen lässt sich das Logo des Roomers – ineinander geschlungene Linien, die wie ein magisches Signet aus einem Fantasy-Roman wirken – auf der Eingangstür bewundern: In zwei Hälften aufgeteilt, dient es an den hohen, schwarzen Türen als Beschlag. Im dunklen Empfang rieselt dann bereits das Unheimliche und Unerwartete sanft auf einen herab. Eher anregend als störend wirkt es, dass sich hier ein Designerstück an das nächste reiht: Über der Rezeption aus poliertem Edelstahl hängt eine Leuchte von Karim Rashid, die an Eiszapfen erinnert, davor finden sich Schwanensessel von Cavalli, Chaise Longues aus echtem Fell und ein Tisch aus Aalleder. Die Hotelgäste, die sich für das Roomers entscheiden, können das Gefühl genießen, dass normale Dinge wie Tisch oder Stuhl sich hier ganz anders anfühlen. „Feel the sexy vibes, indulge yourself and let us have a time to remember“ steht auf der Begrüßungskarte, die einem weiß vom dunklem Schreibtisch des Hotelzimmers entgegenleuchtet. Die leicht transluzenten Vorhänge sind fest verschlossen, so dass der durch und durch schokoladenfarbene Raum beinahe schwarz wirkt. Große Spiegel erlauben es, in dem vorteilhaft abgedunkelten Raum dem eigenen Narzissmus zu frönen. Die bärenfellähnliche Decke auf dem Bett und die gepolsterte Rückwand des Schlafbereichs wecken im Gast – zusammen mit Details wie etwa einem Metallring, der auf der Rückseite des Schreibtischstuhls angebracht ist – die Assoziation an ein etwas schräges Liebesnest.

Damit man in all der Sinnlichkeit nicht vergisst, wo man sich befindet, begegnet einem das Logo des Hotels wie ein Familienwappen auf Teilen der Zimmerausstattung immer wieder. Aus dem Dunkel zurück ans Licht gelangt, wer den Fitness- und Wellnessbereich des Hotels aufsucht. Dieser befindet sich – neben den Konferenzräumen – im Dachgeschoss: Der rundum verglaste Raum mit Blick auf die Frankfurter Skyline, mit Whirlpool, Dampfbädern, Saunen, automatischen Massagebänken und Dachterrassen steht im starken Kontrast zur düsteren Atmosphäre der unteren Geschosse. Er wirkt dadurch umso mehr wie ein Paradiesgarten, in den man nach einer langen Nacht hinaufsteigt.

Adresse

Roomers
Gutleutstraße 85
60329 Frankfurt am Main
Telefon 069 2713420
www.roomers.eu