Entdeckungsreise durch Monument Valley

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Gelber Einband, peppiges Logo. Als ich den Ausstellungskatalog zur Interbau 1957 in den Händen hielt war ich wie in eine andere Welt versetzt. Irritiert wischte ich mit den Fingern über das Logo wie über den Bildschirm meines Smartphones. Das einzige was fehlte war die kleine weiße Spielfigur, die über die geometrischen Irrwege des Logos balancierte.

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Doch was haben das Logo der Internationalen Bauausstellung Berlin und eine App gemeinsam? Mehr als man zunächst denkt, denn die geometrisch klaren Formen des Logos sind gleichermaßen Basis eines Spiels, das auf dem Smartphone eines Architekten bestens aufgehoben ist.

Monument Valley, so heißt die Hommage an M.C. Escher, die zur Zeit im Appstore durch die Decke geht. Ein Spiel, bei dem man sich auf die Reise durch wundersame Architektur begibt, um perspektivische Rätsel und optische Illusionen zu lösen.

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Doch es ist nicht nur die puristische Aufmache der Monument Valley App, die begeistert. Auch nicht die zum Leben erwachten Geometrien von Escher, die an Paläste und Tempel aus aller Welt erinnern. Vielmehr ist es der Reiz, neue Formen und Strukturen zu erkunden – neue Welten zu erschließen. Mit Witz und Charme gelingt es dem Spiel, dem oftmals minimalitisch-schwarzem Architektendasein Farbe einzuhauchen und an die Potentiale der Architektur zu erinnern: Architektur als Raumkunst, die in andere Welten versetzen kann!

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Denn auch in der App-Umsetzung wird klar, dass die Aufgabe nicht darin bestehen sollte vorhandene (und meist ausgediente) Strukturen oder Irrwege zu reproduzieren. Sondern sich vielmehr auf die Reise zu machen, eine Reise nach neuen Aufgaben, nach neuen Lösungen, nach neuem Bauen. So wie es namhafte Architekten im Zuge der Interbau im Hansaviertel 1957 damals eben auch versuchten.