Dieter Rams. Modular World

Dieter Rams – vier Jahrzehnte lang Chefdesigner von Braun – hat mit seinen Entwürfen zahlreicher Haushaltsgegenstände die Designkultur der Nachkriegszeit geprägt. Unzählige Produkte der Firma Braun wie etwa der Lautsprecher oder der Taschenrechner tragen seine Handschrift. Die Essenz seiner Gestaltungsphilosophie fasste er ab den 1970er-Jahren in den „Zehn Thesen zum Design“ zusammen. Darin heißt es unter anderem, dass gutes Design ein Produkt brauchbar macht. Will heißen, dass ein Produkt neben seinen psychologischen und ästhetischen Funktionen zuallererst die Primärfunktion des Gebrauchs, der Benutzung erfüllen muss. Darüber hinaus sei Gutes Design „so wenig Design wie möglich“. Bis heute zeichnen sich seine Produkte durch ein hohes Maß an Reduktion und Schlichtheit aus und verfügen damit über eine Zeitlosigkeit, die den Begriff des nachhaltigen Designs neu interpretiert. Und der Einfluss auch auf jüngere Designgenerationen ist ungebrochen. Es ist kein Geheimnis, dass das Design zahlreicher Apple-Produkte Rams’ Handschrift (mindestens) zitiert.

Seinen Entwürfen ist gemein, dass sie in erster Linie gebrauchstauglich sind, dabei aber nie ins Banale verkommen. Schon gar nicht haben sie etwas Überflüssiges an sich oder versuchen durch vordergründiges Aufpolieren etwas zu sein, was sie nicht sind. Denn sie sollen stets dem Benutzer – Rams nennt ihn auch den „Gebraucher“ – dienen.

Was dabei vielleicht weniger bekannt ist, dass er neben unzähligen Gebrauchsgegenständen auch zahlreiche Möbel entwarf. Die Schau „Dieter Rams. Modular World“ im Vitra Design Museum ist die erste Ausstellung, die vorrangig Rams’ Möbelentwürfe in den Fokus rückt. Die Schau im neu eröffneten Vitra Schaudepot zeigt eine Auswahl an Möbeln und Geräten und ergänzt diese durch historisches Bildmaterial und ein Video-Interview, in dem der hessische Designer seine Gestaltungsansätze erläutert.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. März 2017 im Vitra Design Museum, Weil am Rhein.