18.05.2022

Event

Unbekannter Böhm

Foto: Charleen Dierkes/ RWTH Aachen

Die Ausstellung „Vorstadtikone“ vom Lehrstuhl Architekturgeschichte RWTH Aachen untersucht die Kirche St. Hubertus von Gottfried Böhm.

St. Hubertus war früher eine gut besuchte Aachener Viertelkirche, wird heute aber nur noch selten genutzt. Diesem „Felsen aus Beton“ von Gottfried Böhm aus dem Jahr 1964 hat nun der RWTH-Lehrstuhl für Architekturgeschichte zwei ganze Semester gewidmet. Ein studentisches Projektteam beschäftigte sich mit dem Bau in Form eines kombinatorischen Entwurfs-, Lehrforschungs- und Ausstellungsprojekts. Ziel des Teams ist, eine Wertschätzung für dieses eher unbekannte und hinsichtlich seiner außergewöhnlichen Architektursprache oft unverstandene Bauwerk zu erzeugen.

Ostansicht der Kirche St. Hubertus in Aachen-Hanbruch, vermutlich 1965, Fotograf unbekannt, Archiv der Kirche St. Hubertus.
Ostansicht der Kirche St. Hubertus in Aachen-Hanbruch (vermutlich 1965), Foto: Archiv der Kirche St. Hubertus

Über die Kirche in der Kirche

Im schieferbekleideten „Backenzahn“ selbst, wie das Gebäude oft genannt wird, können sich Besucher im kommenden Juni eine Ausstellung über seine Entstehungsgeschichte ansehen. Einzelne Stationen werden über die Besonderheiten des Bauwerks informieren und illustrieren, ob und inwiefern Veränderungen gegenüber der ursprünglichen Planung von Gottfried Böhm vorgenommen wurden. Letztlich wird also der Kirchenbau selbst zum Exponat im Maßstab 1:1.

Blick in der Chorraum der Kirche St. Hubertus in Aachen-Hanbruch (2022), Foto: Charleen Dierkes/ RWTH Aachen, Lehrstuhl für Architekturgeschichte

Fünf Nutzungskonzepte für die Kirche von Gottfried Böhm

Außerdem soll eine „Böhm-Pergola“ im Bereich unter der Orgelempore in Leben und Werk des Architekten einführen. Und St. Hubertus zudem in die Reihe seines Sakralœuvres architekturhistorisch einordnen. In der Taufkapelle werden dann schließlich die Zukunftsvisionen der Studierenden für die Kirche vorgestellt. In ihren Konzepten haben sie das räumliche und funktionale Potenzial ausgelotet und sich überzeugende Visionen überlegt, damit dieser Ort wieder zu einem lebendigen Anziehungspunkt wird. Die insgesamt fünf Nutzungsideen respektieren den denkmalgeschützten Kirchenbau allesamt, ergänzen ihn baulich jedoch auf völlig unterschiedliche Weise. Vor allem dieser Ausstellungsteil möchte alle Interessierten dazu anregen, die Zukunft dieser so besonderen „Vorstadtikone“ möglichst aktiv mitzugestalten.

Ort und Zeit: Samstag, 25. Juni 2022, 15 bis 17:30 Uhr, Händelstraße 6, Aachen
Weitere Öffnungszeiten finden Sie hier.

Studentisches Projektteam: Fiona Cordes, Lara Draschoff, Hana ElKabbany, Wenyi Kang, Sijia Li, Franziska Müller, Annika Reichstein, Britta Schebesta, Aliena Werkes

Wissenschaftliche und didaktische Begleitung: Anke Naujokat, Verena Hake, Caroline Helmenstein

Unseren Nachruf auf den großen Architekten Gottfried Böhm, der im vergangenen Jahr im Alter von 101 Jahren verstorben ist, lesen Sie hier.

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