„Baumeister nach 8“ bei blauraum

„Wie viele Stunden verbringt ein Mitarbeiter jährlich am Arbeitsplatz? Was denken Sie? Nicht rechnen, bloß raten!“

Nach anfänglicher Stille: „1.000 Stunden!“ – „3.000!“ – „2.600!“

„Na? Wer bietet mehr?!“

„8.000 Stunden!“ Gelächter. „Übermenschen!“

„Es sind tatsächlich 1.600 Stunden.“

Die Reaktion des Geschäftsführers von blauraum: „Das ist ja nichts! Die haben offensichtlich keine Architekten gefragt!“

Mit dieser spannenden wie amüsanten Icebreaker-Frage leitete Tanja Braemer, Head of Content Hub Architecture, City & Landscape im Callwey Verlag, die vierte Talkrunde „Baumeister nach 8“ ein. Das Thema der Diskussion: „Schöne neue Arbeitswelt – Kann Architektur kreativ machen?“

Über den Dächern der Stadt Hamburg in den Räumlichkeiten des Architekturbüros blauraum sprach der Baumeister mit Carsten Venus, einem der drei Geschäftsführer von blauraum, und Michael Gebhardt, Interior Architect bei Steelcase, über Themen wie Mitarbeiterengagement, Zufriedenheit am Arbeitsplatz und das Büro 4.0. Unterstützt wurde die Veranstaltung abermals von unserem Partner Steelcase, Spezialist für Büroeinrichtungen und Experte für innovative Raumlösungen.

Ein Auszug aus der Diskussionsrunde:

Tanja Braemer: Herr Venus, wie sieht ihrer Meinung nach der ideale Ideenraum aus? Gibt es den überhaupt?
Carsten Venus: Ich finde, dass ist abhängig von den Personen, die dort zusammen kommen. Arbeitsräume sehen ganz individuell aus. Als Architekt müsste ich wohl sagen, dass der Raum das wichtigste ist, doch für mich stehen die Menschen im Vordergrund. Meiner Meinung nach ist Ausblick ein ganz wichtiger Aspekt. Wahrscheinlich befindet sich auch deshalb unser Büro über den Dächern der Stadt, im achten und neunten Geschoss eines Hochhauses. Weite, Perspektive fördert, im Gegensatz zur Enge der Realität, das kreative Schaffen. Außerdem sollten Büroräume nicht fertig sein, sondern Raum für Flexibilität und Selbstverwirklichung bieten. Also meine Antwort: Unfertige Räume mit einem weiten Blick!

T B: Wie funktionieren Ihre Räume?
C V: Es gibt da so eine Grafik aus den 1990er Jahren: Je weiter Mitarbeiter voneinander entfernt sitzen, desto weniger kommunizieren sie. Ist eine gewisse Distanz überschritten steht man eher via Mail oder WhatsApp in Kontakt. Ich denke aber Kommunikation kennt keine Barrieren. Bei uns wird auf den Fluren oder den Treppen connected. Außerdem treffen sich die Raucher unten vor der Tür. Es gibt Kommunikationsnischen, die aus der Situation heraus gebildet werden. Wir haben Slack als Kommunikationstool vor einiger Zeit eingeführt und das klappt auch ganz gut. Es funktioniert ähnlich wie Skype. Wir wollten gern Business und Bürokommunikation klar voneinander trennen. Deshalb findet heute auf E-Mail-Ebene ausschließlich externer Business statt, private Themen werden über Slack ausgetauscht.

Erst vor kurzem erschienen: die neue Ausgabe des 360°-Magazins von Steelcase mit dem Titel „Die Renaissance des Büros – Eine Wiedergeburt. Und warum sie wichtig ist.“ Mehr Informationen dazu finden Sie unter: www.steelcase.com