Badelandschaft am Bodensee

Den Bodensee direkt vor der Haustür, fragt man sich vielleicht, warum man ein Hallenbad in Friedrichshafen braucht. Gründe lassen sich leicht finden: Zum einen ist nicht jedes Wetter für Freiluftaktivitäten tauglich. Zum anderen gibt es bereits ein bestehendes Sportareal, das sich aber nur wenig prägnant im Stadtbild abzeichnet. Das will man durch eine klare Formensprache im geplanten Neubau ändern. Zusätzlich zum Sportangebot soll mit ihm auch eine Ort zum Entspannen geschaffen werden. Und da wären wir schon beim vielleicht wichtigsten Grund: Eine gebaute Struktur stellt immer auch eine räumliche Grenze dar. Und ein kleiner Tapetenwechsel hilft ja oft schon beim Abschalten.

So ganz auf das Draußen wollen aber auch Behnisch Architekten bei ihrem Entwurf nicht verzichten. Die Schwimmbecken und die zur Erlebnisrutsche gehörigen Wasserflächen, gruppieren sich um einen begrünten Innenhof, wie auch der Kleinkindbereich und die Saunalandschaft. Wer nun denkt, draußen ließe es sich nur im Grünen liegen, irrt sich. Dort gibt es zusätzlich ein Solebecken und einen Saunagarten. Und obwohl er ja im Freien liegt, ist der Innenhof der vielleicht privateste Bereich des Komplexes.

Die Fassade zur Stadt hin ist nämlich transparent. Wellenartige Lamellen verweisen auf die Höhenversprünge im Inneren und schaffen eine Verbindung zum angrenzenden Parkhaus, dessen Fassade auch wellenartig gestaltet ist. Wilder Wein soll dort an ihr empor ranken um einen sanften Übergang zum Riedlewald zu schaffen, der sich hinter der Schwimmhalle auftut.

Illustrationen: Behnisch Architekten