Archiv in der Scheune

Hugh Strange Architects aus London haben eine alte Scheune in ein Schauarchiv für Architektur verwandelt. Dort, wo früher die Ernte überwinterte, sollen nun ausgerechnet Zeichnungen aufbewahrt werden. Hausklimatisch betrachtet eine sehr heikle Aufgabe. Das Büro fand eine schlichte und kostengünstige Lösung, die den Kontext im Blick behält.

Somerset ist eine kleine Grafschaft im Südwesten Englands. Die dünnbesiedelte Region ist vor allem für den Anbau von Äpfeln bekannt. Aus einer baufälligen Scheune auf einem Bauernhof sollte ein neues Gebäude entstehen, das dem Hofbesitzer Platz für Büroarbeiten und die Archivierung von Architekturzeichnungen bietet.

Zu diesem Zweck blieb die alte Außenmauer der Scheune erhalten. Hinter diese wurden zwei neue Strukturen gesetzt. Unter dem neuen Satteldach finden Alt und Neu zusammen, der Dachüberstand lässt sie als eine Einheit wirken.

Die neuen Gebäude wurden aus Brettschichtholz ausgeführt, was gleich mehrere Vorteile mit sich bringt. Die Massivholzwände aus Buchenholz verfügen nicht nur über genügend Speichermasse, um Temperaturunterschiede auszugleichen, sondern regulieren auch die Raumfeuchtigkeit. Beides ist für die Lagerung von Zeichnungen unumgänglich.

Auch im Innenraum wird das Motiv Holz zum Leitfaden: Im Bürobereich wurden helle Buchendielen verlegt, im Archiv sägeraues Zedernholz. Die massiven Außenwände aus Buche liegen unverputzt frei.

Großzügige, bodentiefe Fenster in den Außenwänden lassen die Farben der unterschiedlichen Hölzer satt aussehen – ein toller Kontrast zur alten, mit Moos überzogenen Backsteinmauer, die an drei Seiten erhalten blieb. Sie steht wie ein Schutzwall um die hölzernen Baukörper und kann auch als gelungene Metapher für die Nutzung gelesen werden. Immerhin ist ein Archiv ein Schutzraum für Dinge.