17.07.2015

Öffentlich

Zaha Hadid baut Tokios Olympiastadion – nun doch nicht

von Alexander Gutzmer

Alles auf Anfang in Tokio: Zaha Hadid Architects werden das zentrale Stadion für die Olympischen Spiele 2020 nun doch nicht bauen. Japans Premierminister Shinzo Abe erklärte jetzt, aus Kostengründen würde der ganze Prozess wieder auf Null gesetzt. „Wir fangen wieder ganz von vorn an“, zitiert der Guardian den japanischen Politiker. Es wird also wohl einen neuen Wettbewerb geben.
Letztlich dürften die immer weiter steigenden Baukosten aber nur ein Grund für die Entscheidung sein. Auch architektonisch hatte es reichlich Kritik an dem extravaganten Bau (Hadid eben) gehagelt – nicht zuletzt von anderen Architekten. Arata Isozaki hatte den Entwurf Hadids als eine Schildkröte beschrieben, die nur darauf wartet, dass Japan im Meer versinkt, um davon zu schwimmen. Pritzker-Preisträger Fumihiko Maki hatte ein Symposium gegen den Entwurf organisiert, an dem unter anderem Toyo Ito, Kengo Kuma und Sou Fujimoto teilnahmen. Auch eine Petition gegen den Bau war initiiert worden.
Patrik Schumacher, erster Architekt im Büro Zaha Hadid, macht scheinbar diese architektendominierte Gegenbewegung für die Entscheidung mit verantwortlich. Auf Facebook schrieb er jetzt: „Maki and Ito will be remembered for this.“

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