Pulsierende Städte – Bauhaus in Berlin und Tel Aviv

Berlin 1920: Durch das „Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde“ verdoppelt sich die Einwohnerzahl Berlins von knapp zwei auf vier Millionen Einwohner. Berlin wird zu eine der größten Städte der Welt. Groß-Berlin öffnet mit der Bildung gemeinnütziger Wohnungsgesellschaften visionären Architekten wie Bruno Taut, Walter Gropius und Rudolf Salvisberg die Türen zur Umsetzung innovativer Ideen, die das demokratische Zusammenleben und Wohnen neu definierten.

Tel Aviv 1920: durch die jüdische Immigration nach Tel Aviv lässt wächst die Stadt schnell. Private Bauherren, die an der modernen Formensprache gefallen finden, investieren in den Bau von Wohnraum. Da jüdische Architekten aus Europa zuwandern gelangt der Bauhausstil nach Tel Aviv. Bis heute prägt er das Stadtbild.

Berlin und Tel Aviv heute

 

Beide Städte haben mit enormer Wohnungsnot und rasant steigenden Immobilienpreisen zu kämpfen. Die Städte pulsieren und entwickeln sich rapide. Von allen Seiten wird das Stadtbild mitbestimmt.  Doch die zentrale Frage bleibt, damals wie heute: „Wie wollen wir wohnen und wie können wir unsere Stadt mit ihren Freiräumen mitgestalten?“

Die Frage nach Wohnen

Die Ausstellung „Bauhaus und die Moderne in Berlin und Tel Aviv“ in Berlin thematisiert die Wohnfrage, sowie die Frage nach Freiräumen und dem Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft. Als Fallbeispiele dienen die Stadtentwicklungen Tel Avivs und Berlin während des Bauhauses.
Die Ausstellung zeigt Fotografien von dem Berliner Fotografen Jean Molitor, sowie dazugehörige Texte und Zeichnungen.
Die Fotografien dokumentieren bedeutsame Bauhausbauten in Berlin, wie beispielsweise die Hufeisensiedlung von Bruno Taut oder die Gartenstadt Atlantic von Rudolf Fränkel.
Dem gegenübergestellt ist Tel Aviv, mit seinen modernen Gebäuden aus den 30er Jahren. Jüdische Architekten aus Europa, wie Arieh Sharon, Zeev Rechter oder Richard Kauffmann wanderten damals aus und brachten den Bauhaus Stil nach Tel Aviv. Dabei nahmen sie sich die Denkansätze verschiedener Bauhaus Architekten, wie Le Corbusier und Erich Mendelsohn zum Vorbild.
In den Bildern und Texten, sowie der Komposition der Ausstellung wird der Zusammenhang der Bauhausbauten in Tel Aviv mit der Bauhausbewegung und Lehre in Berlin deutlich.

Dabei schwingt fortwährend die Fragen mit: Wie können innovative Wohnungslösungen die Bewohner zufriedenstellen?

Sie möchten mehr über Tel Aviv und das Bauhaus erfahren? In der Baumeister Ausgabe 04/2019 können Sie den Artikel „Wie weiß ist Tel Aviv?“ lesen.