Davos, Hotel InterContinental

Die Rhätische Bahn schlängelt sich durch die Tannen stetig bergauf. Unten liegen die Ausläufer von Klosters, eine alpine Streusiedlung wie aus dem Bilderbuch: Heustadel und einzelne Holzhäuser mit dunklen Satteldächern verteilt auf grünen Hängen. Im Hotelprospekt des InterContinental Davos dagegen ist ein zehngeschossiges Hochhaus mit runden Ecken abgebildet, eine Art goldenes Riesenei. Frage: Wie passt so ein solches Gebilde in diese Landschaft?

Es passt. Davos ist eine moderne Stadt mit 33.000 Einwohnern, die vor allem ein besonderes Merkmal aufweist: Hier wurde das alpine Flachdach mit innenliegender, frostgeschützter Entwässerung erfunden. Die Bauform hat sich aus den Sanatorien der letzten Jahrhundertwende entwickelt, weshalb ein moderner Neubau keinen Fremdkörper darstellt. Etwas abgerückt vom Ort, ganz am östlichen Rand und dicht am Wald leuchtet die goldmetallisch glänzende Wellenfassade des neuen Hotels schon von weitem; sie umhüllt eine weiche, abgerundete Form, die den Hügeln entlehnt zu sein scheint.

Die Hotelzufahrt liegt versteckt hinter dem Haus auf der Bergseite. So betritt man die geräumige Hotelhalle und hat beim Blick nach vorn durch die großen Scheiben gleich Davos und seine schneebedeckten Berge vor Augen: ein besonderer Moment – man atmet durch, der Urlaub beginnt.

Jedes der 216 Gästezimmer aller Kategorien hat genau diesen Blick vom Balkon, je höher natürlich desto besser. Der innerhalb der Fassade liegende Freiraum bildet einen geschützten, privaten Kokon und erweitert den Raum optisch. Im Zimmer selbst schaffen die sanften Naturtöne von Eichenholzboden und dicken Wollstoffen eine wohlige Atmosphäre. An Regentagen muss man sich aus dem Hotel überhaupt nicht weg bewegen: Es gibt ein Schwimmbad, Saunen, ein Restaurant mit Bistro und eine Bar. Abends lädt ein weiteres dunkelglitzerndes Restaurant mit Bar im zehnten Stock „zum Ausgehen“ ein.  Ein ungewöhnlich großzügiger Konferenzbereich im Untergeschoss erinnert daran, dass das Haus auch zum Davoser Weltwirtschaftsforum gebraucht wird.

Vor anderthalb Jahrhunderten begann das touristische Leben im Ort, als zwei geschwächte, lungenkranke Herren aus Deutschland eintrafen, denen Höhenluft die letzte Rettung schien. Sie erholten sich rasch, konnten schon bald wieder auf dem See Schlittschuhlaufen und berichteten begeistert nach Hause. Heute sind die Sanatorien aus der Zeit von Thomas Manns „Zauberberg“ – um 1910 waren es 26 – meist in Hotels umgebaut oder wurden abgerissen. Wie die Basler Klinik, auf deren Platz heute das InterContinental steht, das derzeit Aufsehen erregendste Hotel am Ort.

Adresse

Hotel InterContinental Davos
Baslerstrasse 9
Davos-Dorf
Schweiz
www.intercontinental.com

Fotos: René Müller Photographie/Seele.com