Architekturquartett – und ein Interview vorab

Am 30. Oktober geht das Baumeister-Architekturquartett in die 12. Runde. Zusammen mit unserem Kooperationspartner Heidelberger Beton freuen wir uns auf eine kontrovers unterhaltsame Diskussion zwischen dem Schriftsteller und SZ-Kolumnisten Axel Hacke, dem Architekten Stephan Braunfels und der BauNetz-Chefredakteurin Jeanette Kunsmann zum Thema Architektur und Erinnerung.

Architekturquartett_Muenchen_Gedenkzentrum

Zur Diskussion stehen diesmal drei sehr unterschiedliche Münchner Projekte, die zum einem der gemeinsame Nenner der „Erinnerung“ miteinander verbindet, zum anderen auch das Material Beton: der Hochbunker in der Ungerer Straße, der von Raumstation Architekten zum Büro- und Wohngebäude umgebaut wurde, das NS-Dokumentationszentrum von Georg Scheel Wetzel Architekten, das im Frühjahr 2015 eröffnet wird, und das Ägyptische Museum mit der Hochschule für Fernsehen und Film von Peter Böhm Architekten, das auch der Veranstaltungsort für das 12. Baumeister Architekturquartett am 30. Oktober sein wird.

In einem Interview vorab, haben wir uns mit Jeanette Kunsmann über Online-Journalismus und dessen Bedeutung für Architektur und Erinnerung unterhalten.

Architekturquartett_Baumeister_Muenchen

1. Architektur und Erinnerung diskutieren wir im kommenden Monat. Was reizt Dich an dem Thema?

Einige Bauten bekommen und behalten einen festen Platz in der öffentlichen Wahrnehmung, andere verschwinden wieder von der Bildfläche. Ich finde interessant, welche Faktoren Architektur für Erinnerung berechtigen.

2. Du verantwortest mit Baunetz das bekannteste deutsche Online-Medium. Verändert das Internet unser Verständnis von Architektur?

Nicht das Verständnis, sondern die Sichtbarkeit. Architektur ist durch Online-Magazine viel zugänglicher geworden, außerdem findet auch ein größerer Austausch und Diskussionen statt.
Kritisch zu beobachten ist der „Archi-Porn“ der Online-Magazine: Am Ende sagt heute das Bild mehr, als das eigentliche Gebäude.

3. Was bedeutet der Online-Journalismus für das Verhältnis von Architektur und Erinnerung?

Die Artikel, die online zugänglich sind, werden zu einem offenem und wachsendem Archiv. Bei fast allen Bauten vor 2000 muss man aufwendiger recherchieren oder sogar in Bibliotheken Zeitungen und Magazine durchforsten, wenn man mehr wissen will – quasi nur für Fans. Insofern ist Online-Journalismus die Erinnerung für die Architektur der Neuzeit.

4. Immer noch werden Print- und Onlinejournalismus als Gegnerschaft betrachtet. Ist das nicht ein altmodisches Denken?

Interessant ist doch: Es gab noch nie so viele neue Print-Magazine auf dem Markt wie heute – und viele von denen haben sich auch etabliert. Print-Magazine müssen für sich eine neue Rolle finden, konkreter werden und dem Leser Geschichten erzählen: all das ausbauen, was sie Online voraus haben: Haptik, Dramaturgie und Emotionalität. Sicher ist, News auf Papier wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Die Veranstaltung findet am 30. Oktober um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Staatlichen Museum für Ägyptische Kunst, Gabelsbergerstr. 35, München statt.

Podiumsgäste

Axel Hacke, Schriftsteller, Kolumnist des SZ-Magazin, München
Jeanette Kunsmann, Chefredakteurin BauNetz, Berlin
Stephan Braunfels, Architekt, München/Berlin
Moderation: Alexander Gutzmer, Chefredakteur Baumeister, München

Foto-Credit: Simon Menges

Eintritt bei Anmeldung bis zum 22. Oktober frei. Anmeldung über Formular unten:

Konferenz – Online Event Management mit der Ticketing-Lösung von XING EVENTS

Partner:

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