11.11.2021

Gewerbe

Augustinerhof und Zukunftsmuseum Nürnberg

Fassade Kultur
Das Nürnberger Stadtbild wurde mit dem Augustinerhof erweitert. Foto: © Marcus Ebener
Das Nürnberger Stadtbild wurde mit dem Augustinerhof erweitert. Foto: © Marcus Ebener

Nürnberg ist um einen Stadtbaustein reicher. Auf dem letzten großen Baugrundstück in der Altstadt ist ein neuer Gebäudekomplex, der Augustinerhof von Staab Architekten, entstanden. 

Volker Staab und sein Büro haben den Augustinerhof Nürnberg ganz aus dem Maßstab der Altstadt heraus entwickelt. Dadurch gelingt es den Architektinnen und Architekten, das historische Stadtgefüge einfühlsam zu ergänzen. Die scheinbar tanzende Struktur des Baus schließt den Block, öffnet aber zugleich auch eine trichterförmige Gasse, die den Hauptmarkt mit dem Ufer der Pegnitz verbindet.

Fotos: © Marcus Ebener

Der Augustinerhof Nürnberg schafft einen Platz am Fluss

Durch diese neu geschaffene Gasse erweitert der Augustinerhof das Fußwegenetz der Altstadt um ein wichtiges Verbindungsstück. Dadurch entsteht unter anderem ein Rundweg durch die Stadtteile zu beiden Seiten des Flusses. Seit einigen Jahren wurde die Pegnitz nach und nach zugänglich und dadurch für Einheimische und Touristen erlebbar gemacht. An einem Ende mündet die Gasse in einen Stadtplatz am Flussufer neben der Karlsbrücke. Eine Freitreppe am Fuße des Platzes lädt zum Verweilen ein.

Fotos: © Marcus Ebener

Zukunftsmuseum Nürnberg: Science und Fiction

Hier, zwischen Fluss und Innenstadt, befindet sich der Haupteingang zum Zukunftsmuseum Nürnberg, einer Zweigstelle des Deutschen Museums in München. Neben einem Hotel mit Gastronomie sowie Einzelhandel bildet das Museum die dritte Komponente des Nutzungskonzeptes des Augustinerhofs. Staab Architekten haben es als Abfolge fließender Räume konzipiert. So gelangt der Besucher aus dem Foyer im Erdgeschoss über eine offene Treppenanlage mit drei versetzt angeordneten Treppenläufen in das sogenannte Forum. Einerseits bildet dieser zentrale zweigeschossige Raum mit Galerien und Podesten das kommunikatives Zentrum des Museums. Andererseits ist er der Ausgangspunkt des Rundganges durch die Räume der Dauerausstellung. Atelier Brückner aus Stuttgart zeichnet verantwortlich für die Gestaltung der ständigen Präsentation. Sie erstreckt sich über 2.900 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Zwei weitere doppelgeschossige Hallen am Ende des Rundgangs stellen die räumliche Verbindung zu dem im oberen Geschoss liegenden Wechselausstellungsbereich her. Abgesehen von drei Servicekernen kann die Fläche flexibel genutzt weden. Große Fensteröffnungen lassen Licht in den Neubau und ermöglichen Ausblicke in die Altstadt. 

Fotos: © Marcus Ebener

Lebendige Außenhaut

Eine einheitliche Fassade aus hellem Kunstwerkstein prägt daher das äußere Erscheinungsbild des neuen Gebäudekomplexes. Angelehnt an die historische Umgebung wurde der Augustinerhof mit metallgedeckten Dächern versehen. Versetzt angeordnete Dachgauben verzahnen die Fassade mit den Dachflächen. Zugleich greifen sie den Maßstab sowie die Gebäudehöhen der angrenzenden Bebauung auf. Mit Hilfe der Fenster vermitteln die Architektinnen und Architekten zwischen den Geschosshöhen. Vor allen Dingen aber haben sie die Fassade mit einem unregelmäßigen orthogonalen Lisenennetz überzogen, das den Bezug zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bebauung der Nürnberger Altstadt schafft. 

Neuigkeiten aus Deutschlands Hauptstadt: Im Terminalgebäude des Flughafens BER haben die Architeken von Gerkan, Marg und Partner einen Raum der Stille geschaffen. Mehr darüber lesen Sie bei uns. 

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