50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968

Am 4. Mai 1968 wurde im Württembergischen Kunstverein die Ausstellung 50 Jahre Bauhaus eröffnet – einen Tag, nachdem Studenten in Paris die Universität Sorbonne besetzt und den sogenannten Mai 68 ausgerufen hatten. 50 Jahre nach der Eröffnung von 50 Jahre Bauhaus unternimmt der Württembergische Kunstverein eine Relektüre der Ausstellung.

Bauhaus
Frau im Clubsessel B3 von Marcel Breuer, Maske von Oskar Schlemmer, Kleid von Lis Beyer. Foto: Erich Consemüller, um 1927. Klassik Stiftung Weimar / © Dr. Stephan Consemüller.

 

100 Jahre Bauhaus

Die Ausstellung „50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“ setzt an den gesellschaftspolitischen Umbrüchen der 1960er-Jahre an und betrachtet das Bauhaus, seinen historischen Kontext und die Geschichte seiner Rezeption aus heutiger Perspektive. Die Vorstellung vom Bauhaus als ein in sich geschlossenes, homogenes System soll dabei ebenso befragt werden wie Erzählungen, die Bauhaus und Moderne ungebrochen als Synonyme für Fortschritt, Freiheit und Demokratie verhandeln. Es geht um die Ambivalenzen, die beiden zum Beispiel im Hinblick auf Totalitarismus und Kolonialismus eingeschrieben sind.

Die Ausstellung erstreckt sich über den Neu- und Altbau des Stuttgarter Kunstgebäudes erstreckt und folgt vier thematischen Strängen mit Exkursen und Nebenpfaden. Sie kreisen um die Rolle des Bauhauses beim Ausstellungs- und Grafikdesign der 1920er- bis -40er-Jahre; um künstlerische Gegenmodelle zur funktionalen Stadt und zur Konsumgesellschaft; um die Beziehungen von Avantgarde und industriell-militärischem Komplex sowie um Ausblicke auf das Konzept multipler Modernen.

Einführung in die Ausstellung bildet eine Sammlung von Objekten, die – vom Ausstellungsmodell bis zu einer Tonaufzeichnung von Walter Gropius – auf die Ausstellung von 1968 und ihre Zeit verweisen und Anhaltspunkte für das aktuelle Projekt waren.

50 Jahre Bauhaus

Die von Herbert Bayer gestaltete und von Hans Maria Wingler, Ludwig Grote und dem damaligen Kunstvereins-Direktor Dieter Honisch konzipierte Schau wurde bis 1971 in neben Stuttgart in acht weiteren Museen weltweit gezeigt. Sie gilt bis heute als eine der wichtigsten Nachkriegsausstellungen zum Bauhaus und war von kulturpolitischer Bedeutung für die noch junge Bundesrepublik – da es darum ging, die deutsche Kulturnation auf internationaler Ebene zu rehabilitieren.

Die Ausstellung findet vom 5. Mai bis 23. September 2018 statt. Weitere Infos unter www.bauhaus100.de