29.10.2015

Öffentlich

Zwei neue Brücken für Kopenhagen

von Peter Zöch

Schmetterling überm Wasser und schwebende Boote

Brücken führen üblicherweise von A nach B. Manche bieten allerdings etwas mehr und verbinden nicht nur zwei Orte: Sie öffnen etwa neue, noch nicht bekannte Blickachsen in der Stadt oder laden zum Verweilen ein. Kopenhagen hat 2015 zwei solche Brücken bekommen, um Fußgängern und Radfahrern die Fortbewegung in Chritanshavn, das von Kanälen aus dem 17. Jahrhundert durchzogen ist, zu erleichtern.

Die erste stammt von Dietmar Feichtinger Architekten, die auch für den elegant geschwungen Steg zum Mont Saint Michel in Frankreich verantwortlich zeichnen. Die sogenannte „Butterfly Bridge“ unterscheidet sich in mehreren Details von üblichen Brücken. Sie verbindet nicht nur zwei, sondern drei Uferkanten. Auf einer Plattform über dem Wasser treffen sich drei Brückenarme. Zwei der drei Arme lassen sich unabhängig von einander öffnen. So können Boote in den Kanal segeln. Der dritte führt als fixe Rampe zum Islands Plads. Sind die beiden Brückenteile geöffnet, erinnert die Stahlkonstruktion an einen Schmetterling. Das Podium in der Mitte der dreiarmigen Brücke fungiert als Treffpunkt und bietet neue Einblicke ins Kanalsystem.

Mit der zweiten neuen und ungewöhnlichen Brücke schafft der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson nicht nur eine Verbindung über den Christianshavn Kanal, sondern auch einen neuen Ort am Wasser. „Cirkelbroen“ besteht aus fünf unterschiedlich großen, runden Plattformen. Jeder der Kreise verfügt über einen Mast zwischen 17,5 und 25 Metern. Zusammen mit abgespannten Stahlseilen erinnert das Bauwerk an ein Segelboot, eine Reminiszenz an den historischen Kontext. Orangefarbene Geländer verbinden die Brückenelemente. Laut Eliasson ermöglicht das Bauwerk nicht das schnellstmögliche Überqueren des Wassers, sondern öffnet neue Blicke auf die Stadt und inspiriert die Diskussion über den öffentlichen Stadtraum.

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