Zorlu-Center in Istanbul

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In Istanbul mehren sich die Zeichen für die Macht des Geldes – ganz im Sinne von Stadtregierung und Staatsregierung in Ankara. Neueste Ergänzung ist das Zorlu-Center am Zugang des Hochhaus-Stadtviertels Levent.

In Levent ist in den vergangenen knapp zwanzig Jahren eine Hochhausstadt mit Shopping Malls, Büro- Wohn- und gemischt genutzten Hochhäusern entstanden, deren Skyline sich mittlerweile selbstbewusst neben die historische Silhouette gerückt hat, die die Kuppeln und Minarette der Hagia Sophia und der von dem Architekt Sinan erbauten Moscheen aus der Zeit der Renaissance formen. Die Skyline von Levent krönt mittlerweile der 263 Meter hohe „Saphiertower“ von Tabanlioglu Architekten. Das Büro von Murat und Melkan Gürsel Tabanlioglu war auch im Wettbewerb um das Zorlu-Center erfolgreich und gewann gemeinsam mit dem Büro Emre Arolat Architekten den Zuschlag für den Entwurf. Anfangs arbeiteten beide gemeinsam daran. Die Umsetzung übernahm dann aber das Büro Arolat.

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Jetzt hat das Hochhausquartier Levent sozusagen an seinem östlichen Eingang mit dem Zorlu-Center eine weitere Krone bekommen. Vier Wohnhochhäuser überragen mit ihren reliefartig gestalteten Fassaden weithin sichtbar das Ensemble und machen sich damit auch markant vom Bosporus aus bemerkbar. Sie sind zwar nicht so hoch wie der Saphiertower, dafür ist der Eindruck ihrer Baumasse um so prägender im neuen Stadtbild Istanbuls.

Das ganze Ensemble ist eine Welt für sich, und die Architekten haben hier nicht nur die Fassaden entworfen. Das Zorlu-Center hat die Dimension eines eigenen Stadtteils. Deshalb spielte auch im Inneren des Komplexes die stadträumliche Gestaltung eine wichtige Rolle. Das Corporate-Design der Flagshipstores ordnet sich auf der Erdgeschossebene dieser Gestaltung unter wie dem Straßenbild von Manhattan, Paris oder London. Ein ähnlicher Gesamtgestaltungsanspruch ist auch in den Untergeschossen der Shopping Mall zu spüren.

Ein solch umfassender Gestaltungsansatz ist in Istanbul nicht ungewöhnlich; auch ältere Shopping Malls wie das Kanyon (2007) oder Ataköy plus (2008) sind nach dem Prinzip einer starken Gesamtarchitektur gebaut worden. Für die umliegenden Wohngebiete haben diese Einkaufsmeilen außerdem die Funktion eines Stadtteilzentrums, das nachträglich in das Stadtgefüge eingebaut wird.

Mehr dazu im Baumeister 1/2014

Fotos: Cemal Emden