27.05.2026

Architektur Öffentlich

University Commons: Inklusive Campus Architektur in Kanada

University Commons der University of Alberta in Edmonton: Zeidler Architecture transformiert ein historisches Universitätsgebäude in ein offenes, inklusives Campuszentrum für Lernen, Begegnung und interdisziplinären Austausch.
Adrien Williams via v2com
University Commons der University of Alberta in Edmonton: Zeidler Architecture transformiert ein historisches Universitätsgebäude in ein offenes, inklusives Campuszentrum für Lernen, Begegnung und interdisziplinären Austausch.

Mit dem neuen University Commons hat die University of Alberta in Edmonton einen zukunftsweisenden Ort für Lernen, Begegnung und interdisziplinären Austausch geschaffen. Das von Zeidler Architecture realisierte Projekt transformiert das ehemalige Gebäude der Fakultäten für Zahnmedizin und Pharmazie in ein offenes, inklusives und flexibles Campuszentrum.

Auf rund 405.000 Quadratfuß entstand ein neuer Mittelpunkt des Universitätscampus, der nicht nur Studierende und Lehrende verbindet, sondern auch als öffentlich zugänglicher Ort für Gemeinschaft und Austausch dient. University Commons definiert damit die Rolle universitärer Architektur neu – weg von abgeschlossenen Fakultätsstrukturen hin zu offenen Lernlandschaften.


Offene Lernwelten statt institutioneller Grenzen

Das architektonische Konzept basiert auf der Idee eines „Shared Campus“. Ziel war es, unterschiedliche Fachbereiche, Services und Aufenthaltsbereiche räumlich miteinander zu verknüpfen und spontane Begegnungen zu fördern.

Die ehemals fragmentierten Innenräume wurden vollständig neu organisiert. Heute prägen offene Lernzonen, flexible Unterrichtsräume, gemeinschaftliche Arbeitsbereiche und kommunikative Aufenthaltsflächen das Gebäude.

Im Zentrum befindet sich ein großzügiges Atrium, das Tageslicht tief ins Gebäude leitet und gleichzeitig als räumlicher Orientierungspunkt dient. Von dort aus verzweigen sich die unterschiedlichen Nutzungsbereiche ähnlich den Ästen eines Baumes – inspiriert von der Metapher des „Tree of Knowledge“.

Zusätzlich entstanden sogenannte „Neighbourhoods“ an den Gebäudeecken: doppelgeschossige Begegnungszonen, die bewusst offen und nicht vorprogrammiert gestaltet wurden. Diese Bereiche fördern informelle Kommunikation und stärken das Gemeinschaftsgefühl auf dem Campus.

Adrien Williams via v2com
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Inklusive Architektur für moderne Hochschulen

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die konsequente Ausrichtung auf Inklusion und Zugänglichkeit. University Commons wurde so gestaltet, dass unterschiedliche Lern- und Arbeitsweisen gleichermaßen unterstützt werden.

Neben modularen Klassenräumen entstanden ruhige Rückzugsorte, offene Lounges, buchbare Besprechungsräume sowie öffentlich zugängliche Arbeitsbereiche. Besonders hervorzuheben ist der sogenannte „Calming Room“, ein sensorisch sensibler Raum zur mentalen Regeneration, der im Rahmen eines universitätsweiten Designwettbewerbs von Studierenden entwickelt wurde.

Auch organisatorisch setzt das Projekt auf Offenheit: Wichtige universitäre Dienstleistungen wie Verwaltung, Studienberatung und akademische Bereiche wurden zentral zusammengeführt, um Barrieren abzubauen und kurze Wege zu schaffen.

Die Innenarchitektur kombiniert warme Materialpaletten, akustisch optimierte Oberflächen und hochwertige Designmöbel zu einer einladenden Lernumgebung mit langfristiger Flexibilität.


Indigenous Art als Teil der Architektur

Ein besonderer Fokus liegt auf der Integration indigener Perspektiven und kultureller Identität. Die renommierte Métis-Künstlerin Christi Belcourt entwickelte Kunstwerke und Installationen, die sich durch das gesamte Gebäude ziehen.

Ihre Arbeiten greifen Motive heimischer Pflanzenwelten auf und schaffen eine Verbindung zwischen Natur, Geschichte und Gemeinschaft. Die künstlerischen Elemente verleihen University Commons eine starke kulturelle Verankerung und fördern gleichzeitig Reflexion und Identifikation.

Durch diese Verbindung von Architektur, Kunst und Storytelling entsteht ein Campusgebäude, das weit über funktionale Anforderungen hinausgeht

Adrien Williams via v2com
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Nachhaltige Revitalisierung statt Neubau

University Commons ist zugleich ein bedeutendes Beispiel für adaptive Reuse und nachhaltige Bestandsentwicklung im Bildungsbau. Statt eines Abrisses wurde das historische Universitätsgebäude umfassend revitalisiert und an heutige Anforderungen angepasst.

Mithilfe von Building Information Modelling (BIM) konnten komplexe räumliche und technische Prozesse effizient koordiniert werden. Die digitale Planung erleichterte die Zusammenarbeit zwischen Architektur, Innenarchitektur und Fachplanern.

Das Projekt zeigt, wie bestehende Hochschulgebäude erfolgreich transformiert werden können, um moderne Lernumgebungen mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen.


Architektur als sozialer Begegnungsraum

Mit University Commons setzt die University of Alberta ein starkes Zeichen für die Zukunft universitärer Architektur. Das Projekt verbindet flexible Lernräume, soziale Offenheit, kulturelle Identität und nachhaltige Bestandsentwicklung zu einem neuen Campusmodell.

Zeidler Architecture gelingt damit ein Gebäude, das nicht nur funktional überzeugt, sondern aktiv Gemeinschaft, Austausch und Wohlbefinden fördert – und den Campus als lebendigen sozialen Raum neu definiert.


Projektdaten

  • Projekt: University Commons
  • Standort: Edmonton, Kanada
  • Auftraggeber: University of Alberta
  • Architektur: Zeidler Architecture
  • Architect of Record: GEC Architecture
  • Interior Architecture & Design: Zeidler Architecture
  • Artwork: Christi Belcourt
  • Functional Space Program: Noun Consulting
  • Fotos: Adrien Williams
  • Gebäudefläche: 405.000 sq. ft.
  • Kategorie: Institutional Architecture / Educational Design / Adaptive Reuse
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