26.08.2026
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Produkt

Energieeffizienz trifft Gestaltungsfreiheit: Thermische Trennung für runde Stahlbetonstützen

Mit den Sconnex Lösungen von Schöck Bauteile lassen sich tragende Bauteile thermisch trennen, ohne die architektonische Gestaltungsfreiheit einzuschränken. Foto: Schöck
Mit den Sconnex Lösungen von Schöck Bauteile lassen sich tragende Bauteile thermisch trennen, ohne die architektonische Gestaltungsfreiheit einzuschränken. Foto: Schöck

Runde Stahlbetonstützen prägen anspruchsvolle Architektur und verleihen Gebäuden eine besondere Leichtigkeit. Gleichzeitig stellen sie Planende vor die Herausforderung, Wärmebrücken an tragenden Bauteilen energetisch wirksam zu reduzieren. Mit der Erweiterung der Sconnex Produktfamilie steht nun eine Lösung für die thermische Trennung runder Stahlbetonstützen zur Verfügung. Sie verbindet konstruktive Anforderungen mit architektonischer Gestaltungsfreiheit und eröffnet neue Möglichkeiten für energieeffiziente Fassaden-, Sichtbeton- und Gebäudekonzepte.

Rund 40 Prozent aller konstruktiven Wärmebrücken entstehen an Wänden und Stützen. Gerade an den Übergängen zwischen beheizten und unbeheizten Gebäudebereichen können dadurch relevante Wärmeverluste entstehen. Eine durchgängige Dämmebene ist deshalb ein wichtiger Bestandteil einer energetisch optimierten Gebäudehülle. Hier setzt die thermische Trennung mit Sconnex an.
Die seit 2021 verfügbare Produktfamilie wurde entwickelt, um Wärmebrücken an tragenden Stahlbetonbauteilen gezielt zu reduzieren. Die Elemente werden im Anschlussdetail zwischen Stahlbetondecke beziehungsweise Bodenplatte und Wand oder Stütze angeordnet. Auf diese Weise lässt sich die Dämmebene konstruktiv durchgehend ausführen. Das kann insbesondere bei Tiefgaragen, Kellergeschossen, Unterfahrungen oder Fassadenvorsprüngen relevant sein, wo tragende Bauteile häufig durch die thermische Gebäudehülle geführt werden.
Nach Angaben des Herstellers können mit den Sconnex Lösungen Wärmeverluste an den entsprechenden Anschlussdetails um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig entfällt bei den Anwendungen die sonst häufig erforderliche Flankendämmung. Damit ergeben sich nicht nur energetische, sondern auch gestalterische und konstruktive Vorteile.


Runde Stützen erweitern den Gestaltungsspielraum

Runde Stützen gehören zu den etablierten architektonischen Gestaltungselementen. Sie können Fassaden und Innenräume strukturieren, vermitteln Leichtigkeit und lassen sich insbesondere bei hochwertigen Sichtbetonkonzepten gezielt einsetzen. Für solche Entwürfe ist es entscheidend, dass energetische Anforderungen nicht zu Lasten der gestalterischen Idee gehen.
Mit der neuen Variante von Sconnex P wird die thermische Trennung nun auch für runde Stahlbetonstützen möglich. Die Ausführung ist zunächst für einen Stützendurchmesser von 300 Millimetern erhältlich. Ab Juni 2026 soll zusätzlich eine Variante für Durchmesser von 400 Millimetern zur Verfügung stehen. Damit erweitert sich das Spektrum der Stützengeometrien, die sich ohne zusätzliche sichtbare Flankendämmung realisieren lassen.
Bereits zuvor konnten mit Sconnex P quadratische Stahlbetonstützen mit Abmessungen zwischen 250 x 250 und 400 x 400 Millimetern sowie rechteckige Stützen mit einem Verhältnis von Stützentiefe zu Stützenbreite von bis zu 2:1 thermisch getrennt werden. Die Erweiterung auf runde Querschnitte schafft zusätzliche Optionen für schlanke Stützen und anspruchsvolle Fassaden- oder Sichtbetonlösungen.
Für Planung und Ausführung spielt dabei auch die technische Nachweisführung eine wichtige Rolle. Für die neue Anwendung liegt eine Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) vor. Sie schafft einen klaren technischen Rahmen für den Einsatz der thermischen Trennung an runden Stahlbetonstützen.


Sichtbeton ohne zusätzliche Flankendämmung

Ein wesentlicher Vorteil der Lösung liegt in der Verbindung von Energieeffizienz und architektonischer Gestaltung. Bei herkömmlichen Anschlussdetails kann eine zusätzliche Flankendämmung erforderlich sein, um Wärmeverluste zu begrenzen. Diese kann die sichtbare Geometrie eines Bauteils beeinflussen und insbesondere bei Sichtbetonfassaden gestalterisch störend wirken.
Die thermische Trennung innerhalb des tragenden Anschlussdetails ermöglicht dagegen eine weitgehend unterbrechungsfreie Wärmedämmebene, ohne dass die Stütze durch eine außenliegende Flankendämmung optisch verändert werden muss. Dadurch können Wände und Stützen weiterhin in hochwertiger Sichtbetonoptik ausgeführt werden. Gleichzeitig kann der Verzicht auf zusätzliche Dämm- und Putzarbeiten zu einem Raumgewinn und einer Vereinfachung bestimmter Ausführungsdetails beitragen.
Auch bauphysikalische Aspekte sind relevant. Die Konstruktion ist darauf ausgelegt, das Risiko von Tauwasser und Schimmel zu reduzieren. Zudem darf gemäß der vorliegenden Zulassung der Einfluss des Stützenanschlusses mit Sconnex P bei der Berechnung des Transmissionswärmeverlustes vernachlässigt werden. Damit lässt sich das Anschlussdetail in die energetische Gesamtbetrachtung eines Gebäudes integrieren.

Sconnex P ermöglicht die thermische Trennung von Stahlbetonstützen;
Sconnex P ermöglicht die thermische Trennung von Stahlbetonstützen. Foto: Schöck
das Planungshandbuch „Wand und Stütze“ von Schöck Bauteile unterstützt Planende bei der Auswahl und Umsetzung geeigneter Lösungen.
das Planungshandbuch „Wand und Stütze“ von Schöck Bauteile unterstützt Planende bei der Auswahl und Umsetzung geeigneter Lösungen. Foto: Schöck

Lösungen für Wand, Stütze und Sockel

Die Erweiterung für runde Stahlbetonstützen ist Teil eines breiteren Produktportfolios. Neben Sconnex P für Stahlbetonstützen steht mit Sconnex W eine Lösung für die thermische Trennung von Stahlbetonwänden zur Verfügung. Das System verwendet ein Drucklager aus ultrahochfestem Faserbeton, das hohe Kräfte über eine vergleichsweise kleine Fläche übertragen kann.
Sconnex W lässt sich sowohl am Wandfuß auf Geschossdecken oder Bodenplatten als auch am Wandkopf unterhalb von Geschossdecken einsetzen. Dadurch können unterschiedliche Anschlussbereiche innerhalb eines Gebäudes energetisch optimiert werden. Gerade bei Gebäuden mit komplexen Geometrien kann die durchgängige Betrachtung verschiedener Wärmebrücken entscheidend sein.
Für Mauerwerkswände ergänzt Sconnex M das Portfolio. Der speziell entwickelte Kimmstein übernimmt die Funktion der ersten Steinreihe ober- oder unterhalb von Geschossdecken beziehungsweise Bodenplatten und reduziert die dort entstehende Wärmebrücke. Neben der thermischen Wirkung stehen dabei auch Tragfähigkeit, Wasserabweisung und die langfristige Dauerhaftigkeit des Anschlusses im Fokus.


Planung über alle Leistungsphasen hinweg

Neben der technischen Lösung spielt die Planbarkeit eine zentrale Rolle, wenn thermische Trennung bereits in frühen Entwurfsphasen berücksichtigt werden soll. Deshalb unterstützt Schöck Planende und Bauausführende nach eigenen Angaben von der ersten Entwurfsidee über die Detailplanung bis zur Umsetzung.
Zum Serviceangebot gehört eine individuelle Beratung durch Fachleute, die bei Bedarf auch vor Ort stattfinden kann – etwa im Architekturbüro, auf der Baustelle oder im Fertigteilwerk. Gerade bei anspruchsvollen Anschlussdetails kann eine frühzeitige Abstimmung dazu beitragen, konstruktive, energetische und gestalterische Anforderungen miteinander zu verbinden.
Ergänzend steht das neue, kostenfreie Planungshandbuch „Wand und Stütze“ zur Verfügung. Das Nachschlagewerk richtet sich an Architektinnen und Architekten sowie weitere Planungsbeteiligte und führt strukturiert durch die verschiedenen Leistungsphasen. Praxisnahe Informationen und Detaildarstellungen sollen dabei helfen, Lösungen für Wand- und Stützenanschlüsse effizient und sicher zu planen. Das Handbuch ist sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form erhältlich. Damit steht Planenden ein Werkzeug zur Verfügung, das technische Grundlagen und konkrete Planungshinweise miteinander verbindet.


Energieeffizienz und Architektur zusammen denken

Die Erweiterung der Sconnex Produktfamilie zeigt, dass energetische Anforderungen und architektonische Gestaltung nicht zwangsläufig gegeneinanderstehen müssen. Gerade bei tragenden Bauteilen können durchdachte Anschlussdetails dazu beitragen, Wärmebrücken zu reduzieren und gleichzeitig die gewünschte Formensprache eines Gebäudes zu erhalten. Die neue Lösung für runde Stahlbetonstützen erweitert dabei die Möglichkeiten für Projekte, bei denen schlanke Geometrien, Sichtbeton und eine hochwertige Fassadengestaltung gefragt sind. Zusammen mit den Lösungen für eckige Stützen, Stahlbetonwände und Mauerwerk entsteht ein Portfolio, das unterschiedliche konstruktive Situationen abdeckt.
Für Planende bedeutet die thermische Trennung damit nicht nur eine energetische Optimierung einzelner Anschlussdetails. Sie kann vielmehr Teil eines ganzheitlichen Planungskonzepts werden, bei dem Energieeffizienz, Bauphysik, Konstruktion und Gestaltung bereits in frühen Projektphasen zusammengedacht werden. Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden gewinnt dieser integrierte Ansatz an Bedeutung.

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