01.07.2026

Architektur Öffentlich

Stadionarchitektur für das Sechzgerstadion

© Powerhouse-Company
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Das Sechzgerstadion zählt zu den identitätsstiftenden Bauwerken Münchens. Für Generationen von Fußballfans ist das Stadion an der Grünwalder Straße weit mehr als eine Sportstätte – es ist ein Ort kollektiver Erinnerung und fester Bestandteil des Stadtteils Giesing. Mit einer nun vorgestellten Machbarkeitsstudie entwickelt Powerhouse Companygemeinsam mit dem TSV 1860 München, einer eigens eingerichteten Stadionkommission und der Landeshauptstadt München eine Perspektive für die Zukunft des traditionsreichen Stadions.

Im Mittelpunkt steht nicht der Neubau eines Fußballtempels, sondern die behutsame Weiterentwicklung eines historischen Bestands. Die Studie versteht Stadionarchitektur als integralen Bestandteil der Stadtentwicklung und verfolgt das Ziel, den Ort langfristig für Verein, Nachbarschaft und Stadtgesellschaft gleichermaßen zu öffnen.


Bestand weiterentwickeln statt ersetzen

Die Machbarkeitsstudie untersucht die Transformation des bestehenden Stadions zu einer modernen Spielstätte mit einer Kapazität von bis zu 27.000 Zuschauern. Neben einer Optimierung der Sichtlinien stehen eine verbesserte Akustik sowie intelligente Lärmschutzmaßnahmen im Fokus.

Der Entwurf verfolgt jedoch einen deutlich umfassenderen Ansatz. Das Stadion soll künftig nicht ausschließlich an Spieltagen genutzt werden, sondern sich als lebendiger Stadtbaustein etablieren. Ergänzende öffentliche, gemeinschaftliche und kommerzielle Nutzungen sollen den Standort dauerhaft aktivieren und die Verbindung zwischen Stadion und Quartier stärken.

Damit wird das Sechzgerstadion zu einem multifunktionalen Ort, der Sport, Alltag und urbanes Leben miteinander verbindet.


Stadionarchitektur als Teil der Stadt

Ein zentrales Anliegen der Studie ist die enge Verzahnung mit dem umliegenden Stadtteil Giesing. Statt eines abgeschlossenen Sportkomplexes entsteht die Vision eines offenen Quartiersbausteins, der unterschiedliche Nutzergruppen anspricht und neue Aufenthaltsqualitäten schafft.

Die Planer verfolgen dabei einen sensiblen Umgang mit der historischen Identität des Stadions. Ziel ist es, den emotionalen Wert des Ortes zu bewahren und gleichzeitig die infrastrukturellen Anforderungen eines zeitgemäßen Fußballstadions zu erfüllen.

Diese Haltung entspricht einem aktuellen Trend im Stadionbau: Bestehende Sportstätten werden zunehmend als Teil des öffentlichen Raums verstanden und übernehmen zusätzliche soziale, kulturelle und wirtschaftliche Funktionen.

© Powerhouse-Company
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Interdisziplinäre Planung als Grundlage

Die Studie entstand im Rahmen einer engen Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Neben Powerhouse Company waren unter anderem Drees & Sommer, BreedID für die Tragwerksplanung, KVL Bauconsulting sowie VGP Stadionentwicklung beteiligt.

Die interdisziplinäre Herangehensweise ermöglichte es, architektonische, technische, wirtschaftliche und städtebauliche Fragestellungen gemeinsam zu betrachten. Dadurch entstand eine belastbare Grundlage für die nächsten Planungsschritte.


Der nächste Schritt zur Umsetzung

Mit dem Abschluss der Machbarkeitsstudie ist die Zukunft des Sechzgerstadions noch nicht entschieden, jedoch wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Als nächstes bereitet das Projektteam die Unterlagen für eine Bauvoranfrage vor, deren Einreichung für Ende Juli vorgesehen ist.

Parallel dazu werden Verein, Stadt und Planungsteam die weiteren Entwicklungsphasen abstimmen und einen gemeinsamen Fahrplan für die Sanierung und Erweiterung des Stadions erarbeiten.


Ein Modell für den Stadionumbau im Bestand

Das Sechzgerstadion zeigt exemplarisch, wie sich historische Sportstätten an heutige Anforderungen anpassen lassen, ohne ihre Identität zu verlieren. Statt Abriss und Neubau setzt die Studie auf Bestandstransformation, urbane Integration und multifunktionale Nutzung.

Gerade für dicht bebaute Städte liefert dieser Ansatz wichtige Impulse. Stadionarchitektur wird nicht mehr ausschließlich als Infrastruktur für den Profisport verstanden, sondern als öffentlicher Ort mit Mehrwert für das gesamte Quartier.

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