Souto de Moura 1980-2015

„…Es (gibt) diese rêverie, diese Träumerei von mir, in einem Gebäude von Siza auszustellen, den ich als Person und als Architekt sehr schätze“, so Souto de Moura in einem Interview zu der aktuellen Austellung Soute de Moura 1980-2015 im Siza-Pavillon auf der Raketenstation Hombroich. Bis zum 23. August sind hier 14 seiner eindrucksvollen Projekte zu besichtigen. Den Ausstellungspavillon hat sein ehemaliger Lehrmeister und späterer Freund Álvaro Siza zusammen mit Rudolf Finsterwalder entworfen. Und auf wunderbare Weise werden durch die Präsentation von de Mouras Bauten im Siza-Pavillon die Arbeiten dieser beiden bedeutenden Vertreter der zeitgenössischen portugiesischen Architektur miteinander verwebt. Denn das U-förmig angelegte Gebäude mit seinen zwei großen Panoramafenstern, das 2014 mit dem Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur ausgezeichnet wurde, bietet eine angemessen ruhige Kulisse für die sehenswerten Werke des in Porto geborenen Pritzker-Preisträgers von 2011.

Die einzigartige Sammlung umfasst einen Zeitraum von 35 Jahren: Vom ersten Auftrag 1980, der Umgestaltung einer Ruine in Gerês, über bekannte Projekte wie das Stadion in Braga (2000-2003) am Hang des Bergs Castro oder das Haus der Geschichten („Casa das Histórias Paula Rêgo“ Museum, 2005-2009) in Cascais. Auch die städtische Markthalle in Braga ist ausgestellt. Sowohl sein Entwurf von 1980 sowie sein radikaler Umbau, den er selbst knapp 20 Jahre später vornahm, als seinem Werk der Abriss drohte. Das aktuellste Projekt in der Ausstellung ist noch im Bau: Das Kraftwerksgebäude des Staudamms von „Foz Tua“ in Alijó.

Die einzelnen Entwicklungsschritte seiner Bauten, die immer von Respekt vor der lokalen Bautradition und einer reduzierten Formensprache geprägt sind, werden dem Besucher anhand von Skizzen, Modellen, Plänen und Fotografien  näher gebracht. Eine schriftliche Zusammenfassung findet sich in einer Mappe, die jedem Projekt beiliegt. Im Vorraum des Pavillons kann man den Meister höchstpersönlich im Interview erleben – er spricht über Architektur, seine Studienzeit, über seine enge Freundschaft zu Siza und Távora sowie über ihre gemeinsamen Architekturreisen. Und eben auch über seinen Traum, der glücklicherweise nun Wirklichkeit wurde.

Die Ausstellung findet noch bis zum 23. August im Siza-Pavillon statt.

Fotos Gebäude: Luis Ferreira Alves; Modellfotos: ©Tomas Riehle/Arturimage