29.07.2026

Architektur Event

Serielles Bauen im Fokus: Ausstellung „Im Modus der Serie“ zeigt neue Perspektiven auf Architektur und Design

Die Ausstellung „Im Modus der Serie“ in Frankfurt beleuchtet das Thema serielles Bauen und zeigt anhand von Architektur, Design und historischen Fallstudien die Potenziale serieller Gestaltung. (Symbolbild/KI-generiert.)
Die Ausstellung „Im Modus der Serie“ in Frankfurt beleuchtet das Thema serielles Bauen und zeigt anhand von Architektur, Design und historischen Fallstudien die Potenziale serieller Gestaltung. (Symbolbild/KI-generiert.)

Serielles Bauen zwischen Innovation und Gestaltung

Die Debatte um serielles Bauen ist aktueller denn je. Angesichts des steigenden Wohnraumbedarfs, des Fachkräftemangels und der Forderung nach nachhaltigeren Bauprozessen gilt die serielle Fertigung als wichtiger Baustein für die Zukunft des Bauens. Wie viel gestalterisches Potenzial in der Serialität steckt und welche Fragen sie für Architektur und Design aufwirft, zeigt die Ausstellung „Im Modus der Serie. Differenz, Variation und Wiederholung in Architektur und Design“, die noch bis 18. Oktober 2026 in Frankfurt am Main zu sehen ist.

Die Ausstellung versteht sich nicht nur als Rückblick auf die Geschichte serieller Produktion, sondern auch als Beitrag zur aktuellen Diskussion über standardisierte Bauprozesse, industrielle Fertigung und architektonische Qualität.


Architektur und Design im Modus der Serie

Kuratiert von Prof. Axel Sowa, untersucht die Ausstellung die unterschiedlichen Facetten der Serialität – von der Entwicklung einzelner Prototypen bis hin zur industriellen Serienfertigung. Insgesamt präsentieren Studierende der RWTH Aachen University 20 Fallstudien zu bedeutenden Beispielen seriellen Bauens anhand von Plänen, Modellen und Fotografien.

Ergänzt werden diese durch Projekte von Studierenden der HfG Offenbach, die sich mit seriellen Strategien im Produkt-, Kommunikations- und Interiordesign auseinandersetzen. Die Arbeiten thematisieren unter anderem additive Fertigung, handwerkliche Serienproduktion, typografische Systeme sowie historische Referenzen des Designs und verdeutlichen, dass Serien weit mehr sind als bloße Wiederholung – sie eröffnen Spielräume für Variation, Weiterentwicklung und individuelle Anpassung.


Von der Frankfurter Küche bis zum industriellen Wohnungsbau

Anhand historischer Beispiele macht die Ausstellung deutlich, wie eng die Entwicklung moderner Architektur mit seriellen Produktionsmethoden verbunden ist. Die von Margarete Schütte-Lihotzky entwickelte Frankfurter Küche steht exemplarisch für die Standardisierung im Wohnungsbau des Neuen Frankfurt. Ebenso wird der Wiederaufbau der französischen Stadt Le Havre nach dem Zweiten Weltkrieg vorgestellt, bei dem typisierte Wohngebäude und Betonfertigteile neue Maßstäbe für die industrielle Bauproduktion setzten.

Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung Fertigungsverfahren wie Gießen, Stanzen, Tiefziehen oder Strangpressen und zeigt, wie diese die Entwicklung von Architektur, Design und Industrie nachhaltig geprägt haben.


Aktuelle Impulse für das serielle Bauen

Gerade im Wohnungsbau wird serielles Bauen heute erneut als Lösungsansatz diskutiert. Standardisierte Module und industrielle Fertigung sollen Bauzeiten verkürzen, Kosten reduzieren und nachhaltiges Bauen fördern. Die Ausstellung greift diese Debatte auf und stellt zentrale Fragen: Wie lassen sich Effizienz und architektonische Qualität miteinander verbinden? Welche Rolle spielen Standardisierung und Individualität in der Gestaltung unserer gebauten Umwelt?

Antworten darauf liefern nicht nur die Exponate selbst, sondern auch die begleitenden „Serienparlamente“, bei denen Architekt, Designer, Hersteller, Politiker und Bürger über Chancen und Herausforderungen serieller Planung und Produktion diskutieren.

Für Architekt, Planer, Designer sowie alle an Baukultur Interessierten bietet die Ausstellung in Frankfurt bis zum 18. Oktober 2026 spannende Einblicke in die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des seriellen Bauens.

 

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