24.06.2026

Architektur Hotel

Resortarchitektur in Griechenland

Foto: BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann via v2com
Foto: BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann via v2com

Luxusresorts stehen heute vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen höchste Ansprüche an Komfort und Exklusivität erfüllen und gleichzeitig sensibel auf Landschaft, Klima und kulturellen Kontext reagieren. Mit dem Mandarin Oriental Costa Navarino in der Peloponnes zeigt sich, wie zeitgenössische Resortarchitektur diesen Spagat erfolgreich meistern kann.

Das von Alexandros N. Tombazis & Associates Architects in Zusammenarbeit mit K-Studio entwickelte Projekt setzt auf eine Architektur, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern bewusst aus der Landschaft heraus entwickelt wird. Entstanden ist ein Resort, das internationale Luxushotellerie mit regionaler Bautradition und nachhaltigen Strategien verbindet.


Resortarchitektur im Dialog mit der Landschaft

Das Resort liegt oberhalb der Navarino-Bucht in der Peloponnes und nutzt die besondere Topografie des Geländes als Ausgangspunkt für den Entwurf. Statt eines kompakten Hotelkomplexes entschieden sich die Planer für eine dezentrale Struktur, die sich entlang der natürlichen Geländekonturen entwickelt.

Vorbild waren die traditionellen griechischen „Mandria“ – einfache steinerne Einfriedungen, die sich über Jahrhunderte an die Landschaft angepasst haben. Diese Typologie wurde zeitgemäß interpretiert und auf die Anforderungen eines internationalen Luxusresorts übertragen.

So entstand ein Ensemble aus einzelnen Baukörpern und privaten Villen, die sich behutsam in die Hügellandschaft einfügen. Die Architektur bleibt dabei stets im Maßstab der Umgebung und vermeidet bewusst monumentale Gesten.


Erdüberdeckte Villen schaffen Privatsphäre

Ein zentrales Merkmal des Projekts sind die 48 erdüberdeckten Privatvillen mit eigenen Pools. Sie wurden so in die Topografie integriert, dass die Eingriffe in die Landschaft minimiert werden und gleichzeitig maximale Privatsphäre entsteht.

Jede Villa verfügt über eigene Gartenbereiche und großzügige Außenräume. Innen- und Außenbereiche gehen fließend ineinander über. Überdachte Terrassen, tiefe Dachüberstände und geschützte Höfe schaffen differenzierte Übergangszonen zwischen Architektur und Natur.

Diese räumliche Abfolge erzeugt eine besondere Aufenthaltsqualität: Gäste erleben die Landschaft unmittelbar, ohne auf Komfort oder Rückzugsmöglichkeiten verzichten zu müssen.

BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann via v2com
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann via v2com
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann via v2com
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann via v2com
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann via v2com
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Architektur der Ruhe statt spektakulärer Inszenierung

Während viele Luxusresorts auf ikonische Formen und starke visuelle Effekte setzen, verfolgt das Mandarin Oriental Costa Navarino einen bewusst zurückhaltenden Ansatz.

Naturstein, Terrazzo und sorgfältig ausgewählte Materialien prägen die Architektur und Innenräume. Mediterrane Farben und Texturen bilden die Grundlage der Gestaltung, ergänzt durch internationale Einflüsse, die den Charakter eines globalen Reiseziels unterstreichen.

Die Planer setzen auf intuitive Orientierung, klare Raumfolgen und gezielt inszenierte Ausblicke. Jede Blickachse ist sorgfältig komponiert und stellt den Bezug zur umgebenden Landschaft in den Mittelpunkt.

Das Ergebnis ist eine Architektur, die weniger auf Aufmerksamkeit als auf Atmosphäre setzt.

Helen Cathcart via v2com
Helen Cathcart via v2com
Helen Cathcart via v2com
Helen Cathcart via v2com
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Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil des Hotelkonzepts

Das Projekt zeigt zugleich, wie nachhaltige Resortarchitektur wirtschaftliche und ökologische Ziele miteinander verbinden kann.

Die dezentrale Struktur ermöglicht einen flexiblen Betrieb. Einzelne Villencluster oder Gebäudebereiche können saisonal aktiviert oder stillgelegt werden, wodurch Energieverbräuche optimiert werden.

Zusätzlich reduzieren offene Erschließungswege den Bedarf an klimatisierten Innenkorridoren. Überdachte Außenbereiche, Innenhöfe und geschützte Übergangszonen verbessern das Mikroklima und senken den technischen Kühlbedarf.

Zu den wesentlichen passiven Strategien zählen:

  • Erdüberdeckte Bauweisen zur thermischen Stabilisierung
  • Begrünte Dachflächen
  • Natürliche Querlüftung
  • Hohe thermische Speichermassen
  • Wassersparende Landschaftsgestaltung
  • Energieeffiziente Zonierung
  • Lichtverschmutzungsarme Außenbeleuchtung

Auch bei der Materialwahl wurde großer Wert auf regionale Ressourcen und kurze Transportwege gelegt.

BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann
BREBA Claus Brechenmacher & Reiner Baumann

Landschaftsarchitektur als Teil des Gästeerlebnisses

Die Landschaft fungiert nicht als Kulisse, sondern als integraler Bestandteil des Resorts. Wege, Höfe und Freiräume wurden so gestaltet, dass Natur kontinuierlich präsent bleibt.

Wo immer möglich, erfolgt die Erschließung unter freiem Himmel. Dadurch entsteht ein unmittelbarer Bezug zu Klima, Vegetation und Ausblicken auf die Bucht von Navarino.

Die Grenzen zwischen Gebäude und Landschaft verschwimmen bewusst. Architektur und Freiraum bilden ein zusammenhängendes Erlebnis, das den Charakter des Ortes in den Mittelpunkt stellt.


Ein neues Modell für den Luxus-Hotelbau

Mit dem Mandarin Oriental Costa Navarino präsentieren die Planer ein Gegenmodell zur oftmals spektakulären Resortarchitektur internationaler Destinationen. Das Projekt setzt nicht auf maximale Sichtbarkeit, sondern auf Authentizität, Kontextbezug und räumliche Qualität.

Traditionelle Bautypologien werden nicht kopiert, sondern abstrahiert und weiterentwickelt. Dadurch entsteht eine zeitgenössische Architektursprache, die ihre regionale Herkunft erkennen lässt und zugleich internationalen Ansprüchen gerecht wird.

Die zahlreichen Auszeichnungen und Nominierungen – darunter der Architecture MasterPrize, mehrere AHEAD Europe Awards sowie die Nominierung für den EU Mies Award – unterstreichen die Bedeutung des Projekts für die aktuelle Diskussion um nachhaltigen Hotelbau.

Projektdaten im Überblick

  • Projekt: Mandarin Oriental, Costa Navarino
  • Standort: Costa Navarino
  • Architektur: Alexandros N. Tombazis & Associates Architects und K-Studio
  • Nutzung: Luxusresort
  • Besonderheit: 48 erdüberdeckte Privatvillen mit Pool
  • Schwerpunkte: Nachhaltigkeit, Landschaftsintegration, Hospitality Design
  • Fertigstellung: 2025
  • Auszeichnungen: Architecture MasterPrize, AHEAD Europe Awards, LIV Awards
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