06.11.2021

Event

Was bringen die Raumwelten 2021?

Unter dem Claim „Raum für Zufälle“ findet vom 17. bis zum 19. November 2021 die zehnte Ausgabe von Raumwelten 2021, der Plattform für Szenografie, Architektur und Medien in einem hybriden Format statt. Erstmals als Speaker mit dabei: Wolf D. Prix, Gründungspartner, CEO und Design Principal von COOP HIMMELB(L)AU.

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Diesen November finden sie bereits zum 10. Mal statt – und feiern damit ein kleines Jubiläum: Raumwelten, die Plattform für Szenografie, Architektur und Medien. Unter dem Claim „Raum für Zufälle“ entdecken internationale Referentinnen und Referenten diesmal in Workshops und Lectures den Zufall als unplanbare und deshalb unglaublich spannende Variable im öffentlichen, medialen und digitalen Raum, der uns umgibt. Gibt es überhaupt Zufälle und welche Rolle spielen sie in der Szenografie und Architektur – zwei Disziplinen, die von präziser Planung und der Eliminierung unerwünschter Zufälle leben? Denn während der öffentliche Raum häufig als Ort der zufälligen Begegnung gehandelt wird, scheint der digitale Raum den Zufall gerdazu zum Verschwinden zu bringen: Haben also Algorithmen und Künstliche Intelligenz den Zufall ersetzt? Gerade die Szenografie und die Inszenierung (des Raumes) leben aber von der Überraschung und der Irritation, die oft durch (scheinbare) Zufälle entstehen. Aus zufälligen Begegnungen entstehen oft neue Ideen und Projekte oder unbeabsichtigte Handlungen erzeugen ungewohnte, produktive Konstellationen. 2021 ermöglicht die hybride Veranstaltung vom 17. bis 19. November 2021 die Begegnung in unterschiedlichen Räumen – vor Ort unter anderem in der Karlskaserne Ludwigsburg und im Netz unter raum-welten.com.

Bild: Raumwelten 2021
Bild: Raumwelten 2021
Bild: Raumwelten 2021

Tobias Wallisser wieder im Architektur-Panel

2021 werden die Raumwelten selbst zum Zufalls-Labor. Die Speaker treten in unterschiedlichen, teils spielerischen, teils performativen Vortragsformaten auf. Mit ihren in diesem Jahr als Tische bezeichneten Panels und einer extra entwickelten Szenografie generieren die Raumwelten-Kuratoren unerwartete und unvorhersehbare Formate und Interaktionen zwischen den Speakern und dem Publikum. Ein Panel hat wieder Tobias Wallisser übernommen. Der Professor lehrt an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK) und hat das internationale Büro LAVA (Laboratory for Visionary Architecture) mitgegründet. An seinem Lehrstuhl für Innovative Bau- und Raumkonzepte geht es um Theorien, Konzepte und spekulatives Denken, aber auch darum, Erdachtes zu realisieren. An seinem Architektur-Tisch diskutiert Tobias Wallisser das Verhältnis von Chaos und Zufall: Wie kann Unvorhersehbares in der Gestaltung entstehen? Ist die Abwesenheit von Vorhersehbarkeit mittels computerbasierter Prozesse steuerbar geworden? Und wie wirken sich Faktoren aus, die nicht am Anfang der Planung standen oder vorhersehbar waren?

 

Wolf D. Prix von COOP HIMMELB(L)AU als Speaker erstmals dabei

Erstmals als Speaker mit dabei ist Wolf D. Prix, Gründungspartner, CEO und Design Principal von COOP HIMMELB(L)AU. Sein weltweit tätiges Büro ist für einen innovativen und komplexen Designansatz bekannt und agiert an der Schnittstelle von Architektur, Kunst und Technologie. „In einem Dreier-Gespräch gemeinsam mit Stephan Trüby, Professor für Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart, wir werden seine lange Schaffenszeit Revue passieren lassen“, freut sich Tobias Wallisser. „Wir werden sehen, wie Dinge entstanden sind. Wolf D. Prix hat in den 19690er Jahren wahrscheinlich nicht gedacht, dass er einmal die Europäische Zentralbank baut.“ Dass der Mensch möglicherweise der hauptsächliche Zufallsfaktor in der räumlichen Inszenierung und Choreographierung ist, diese These vertreten Janina Poesch und Sabine Marinescu (PLOT, Stuttgart) in ihrem Panel „Szenografie“. Als weitere Raumwelten-Speaker mit dabei sind Eva Neklyaeva (Direktorin Theaterfestival Baltic Circle, Helsinki), Jochen Becker (Metro-Zone, Berlin) und Ralf Zuleeg (d&b audiotechnik, Backnang) sowie die Kuratorin Birgit Möckel. Sie wird eine Keynote zum Thema „Zufall & Gestaltung“ halten.

Gesellschaftsmodell Groábaustelle (Staat 2), © Rimini Protokoll

Neue Horizonte in Bezug auf Architektur, Szenografie und Bewegtbild

Ein wichtiger Bestandteil der Raumwelten 2021 ist das Raumwelten-Kino: Die präsentierten Filme verbinden die Inhalte von Raumwelten 2021 mit dem Medium Film, schaffen Kontexte und eröffnen neue Horizonte in Bezug auf Architektur, Szenografie und Bewegtbild. So beschäftigt sich das diesjährige Raumwelten-Kino zum einen mit dem Konferenzthema „Raum für Zufälle“ – vor allem im Film „Holding Positions“ (2019) von Laura Mahlberg, der von zufälligen Begegnungen an einem Flughafen erzählt. Die Regisseurin wird bei der Vorführung anwesend sein. Mit dem Dokumentarfilm „Big Time“ (2017) widmen sich die Raumwelten auch einem der bedeutendsten Architekten der Gegenwart, Bjarke Ingels vom dänischen Architekturstudio BIG. Hier finden Sie das vollständige Kinoprogramm.

 

Umsetzung der Kampagne der Raumwelten 2021 folgte dem Zufall

Das Motto der Raumwelten 2021 – „Raum für Zufälle“ – verdeutlicht eine begleitende Kampagne: Ihr zentrales Motiv ist das Porträt des Menschen, wobei das Gesicht durch ein weißes Quadrat verdeckt. Dieses steht für den Freiraum im Kopf eines jeden Menschen, in dem Zufälle erst wahrgenommen werden können. So entsteht nicht Verblendung, sondern Befreiung – und damit Raum für Neues. Auch die Umsetzung der Kampagne folgte dem Zufall: Alle Porträtierten wurden in einer gemeinsamen Mitmach-Aktion mit der Ludwigsburger Kreiszeitung gesucht und gefunden. Fotografiert wurden die Ludwigsburger „Zufallsbürgerinnen und -bürger“ von dem renommierten Fotografen Reiner Pfisterer. Die Foto-Kampagne und die Geschichten dahinter lassen Raumwelten 2021 hier entdecken.

Mit dabei im Kuratoren-Team ist neben Tobias Wallisser in der letzten Ausgabe von 2020 Jean-Louis Vidière Ésèpe, Szenograf und Creative Director, die plot-Macherinnen Janina Poesch und Sabine Marinescu sowie die Berliner Szenografin Charlotte Tamschick. Alle Konferenzen und Lectures werden online gestreamt und sind anschließend in der Mediathek abrufbar (bis 28. November 2021). Eine 3D-Plattform lädt außerdem zum digitalen Get-Together ein. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen können dann im digitalisierten Innenhof des Ludwigsburger Kunstzentrums Karlskaserne aufeinander zugehen, sich austauschen – und networken.

Unter dem Claim „Raumwelten 2020 2.0 – Please Install New Spatial System Now!“ fanden die Raumwelten im November 2020 statt. Was das Programm da zu bieten hatte, lesen Sie hier.

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