12.05.2026

Architektur Öffentlich

Prestige University Indore

Vinay Panjwani via v2com

Mit der neuen Prestige University Indore realisiert Sanjay Puri Architects einen Universitätsbau, der Architektur, Landschaft und soziale Interaktion zu einer zusammenhängenden räumlichen Erfahrung verbindet. Der Bildungsbau im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh versteht sich nicht als monumentales Einzelgebäude, sondern als offene, begehbare Topografie für Lernen, Begegnung und öffentliche Nutzung.

Auf einem 32 Hektar großen Campus in Indore entstand ein Gebäudekomplex mit Verwaltung, Bibliothek, Auditorium, Seminarbereichen und Cafeteria, der traditionelle indische Bautypologien mit zeitgenössischer nachhaltiger Architektur kombiniert.


Architektur als begehbare Landschaft

Anstatt ein dominantes Hochschulgebäude zu schaffen, entwickelt sich die Prestige University Indore terrassenartig aus der Landschaft heraus. Das fünfgeschossige Gebäude steigt diagonal an und bildet eine öffentlich zugängliche Dachlandschaft mit zahlreichen Aufenthaltsbereichen.

Die gestuften Ebenen funktionieren gleichzeitig als:

  • offene Lernorte
  • Veranstaltungsflächen
  • soziale Treffpunkte
  • Freiluft-Auditorium

Insgesamt bieten die terrassierten Plattformen Platz für bis zu 9.000 Studierende bei Veranstaltungen und schaffen damit einen multifunktionalen öffentlichen Raum innerhalb des Campus.


Inspiration durch traditionelle indische Stufenbrunnen

Die Formensprache des Gebäudes orientiert sich an historischen indischen Stufenbrunnen, sogenannten „Stepwells“, die seit Jahrhunderten als Orte für Wasser, Klimaausgleich und soziale Begegnung dienen.

Dieses Prinzip übersetzt Sanjay Puri Architects in eine zeitgenössische Bildungsarchitektur: Das Gebäude wird selbst zur sozialen Infrastruktur und fördert Austausch, Kommunikation und gemeinschaftliche Aktivitäten.

Die 463 terrassierten Plattformen formen dabei einen rund 9.000 Quadratmeter großen Dachgarten, der teilweise barrierefrei zugänglich ist.

Vinay Panjwani via v2com
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Klimagerechte Architektur für extreme Temperaturen

Die Prestige University Indore reagiert gezielt auf das heiße Klima der Region, in der Temperaturen über viele Monate zwischen 30 und 40 Grad Celsius liegen.

Das nachhaltige Gebäudekonzept umfasst:

  • natürlich belichtete Innenhöfe
  • diagonale Luftströmungen
  • offene Höfe zur Querlüftung
  • passive Verschattungssysteme
  • minimierten Einsatz von Klimaanlagen

Die Nordlichtführung sowie die Innenhöfe basieren auf traditionellen indischen Architekturprinzipien und reduzieren den Bedarf an künstlicher Beleuchtung erheblich.

Zusätzlich schützen hinterlüftete GFRC-Fassadenelemente die Ost-, West- und Südfassade vor direkter Hitzeeinwirkung.

Vinay Panjwani via v2com
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Offene Innenräume und soziale Vernetzung

Im Zentrum des Gebäudes verläuft eine diagonale innere Straße, die sämtliche Funktionen miteinander verbindet und unterschiedliche räumliche Situationen erzeugt.

Die Organisation der Nutzungen folgt einem klaren Prinzip:

  • Erdgeschoss: Auditorium, Verwaltung und Food Court
  • Erstes Obergeschoss: Bibliotheksbereiche
  • Zweites Obergeschoss: Unterrichtsräume
  • Drittes Obergeschoss: Hörsäle
  • Viertes Obergeschoss: Fakultäts- und Verwaltungsbereiche

Zwischen den Bereichen entstehen offene Höfe und Aufenthaltszonen, die Lernen und soziale Interaktion miteinander verbinden.


Nachhaltige Universitätsarchitektur mit öffentlichem Charakter

Die Prestige University Indore zeigt, wie Bildungsarchitektur zu einem öffentlichen und landschaftlichen Erlebnis werden kann. Das Gebäude verbindet klimaorientiertes Design mit sozialer Offenheit und schafft eine neue Typologie für nachhaltige Universitätsbauten in Indien.

Mit seiner begehbaren Dachlandschaft, den offenen Begegnungsräumen und der energieeffizienten Bauweise wird das Projekt zu einem Beispiel dafür, wie zeitgenössische Hochschularchitektur Gemeinschaft, Klima und Nutzung intelligent miteinander verknüpfen kann.

Die Prestige University Indore von Sanjay Puri Architects versteht Architektur nicht nur als Gebäude, sondern als soziale und klimatische Infrastruktur.

Durch die Verbindung von Landschaft, Bildung und öffentlichem Raum entsteht eine Universität, die Lernen, Austausch und Gemeinschaft in einer nachhaltigen architektonischen Form neu interpretiert.

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