17.07.2017

Academy Portrait

Mail aus Rotterdam (5) – Fragen über Fragen

von Theresa Ramisch UNTERSTÜTZT VON GRAPHISOFT, DER BAU 2019 UND DER SCHÖCK BAUTEILE GMBH

Erasmus University College Rotterdam

 

Nach vier Monaten Baumeister Academy, 18 Wochen in Rotterdam und 90 Arbeitstagen bei MVRDV durfte Maxi Graber schon so einiges erleben, sehen und lernen. Es wird Zeit seine Erfahrung zu reflektieren. Und dabei gehen ihm so einige Fragen durch den Kopf. Auf diese hier hat er bereits eine Antwort gefunden:

Baumeister: Ist ein halbes Jahr für ein Praktikum überhaupt genug?

Maxi Graber: Auf beruflicher Ebene reichen meiner Meinung nach bereits sechs Monate das Büro, seine Mitarbeiter, die zahlreichen Projekte und verschiedenen Arbeitsmethoden kennenzulernen. Es dauert nur wenige Wochen bis ich mich zurechtfinde, alle oder zumindest die meisten der 180 Gesichter kenne und schon bald weiß, wie der MVRDV-Hase läuft. Nach und nach dringe ich tiefer in die Strategie und die Philosophie des Unternehmens ein und plötzlich vergeht die Zeit wie im Flug. Ehe ich mich versehe, neigt sich mein Praktikum schon wieder dem Ende zu. Ich habe mich doch eben erst eingelebt.

 

 

B: Gegenfrage: Sind 12 Monate Studienpause nicht zu lange?

MG: Für mich persönlich ist es genau richtig. Dadurch habe ich genügend Zeit, mich etwas von der Uni zu distanzieren, um voll und ganz ins Arbeitsleben einzutauchen. Ich muss gestehen etwas anstrengend war es anfangs ja schon, plötzlich einem geregelten, durchorganisierten Alltag nachzugehen. Daran muss man sich als Student erst einmal gewöhnen. Denn als dieser bin ich größtenteils flexibel und bestimme selbst, wie ich meine Zeit nutze. So geben mir zwölf Monate die Chance, die Ausnahmesituation Praktikum zu meinem Alltag zu machen und die organisierte, strukturierte Lebensweise beizubehalten.

B: Wie wirkt sich die Arbeit auf mein Studium aus?

MG: Im Detail kann ich das erst in ein paar Monaten sagen, aber ich bin mir sicher, dass ich von meinen Praktika im weiteren Studium profitieren werde. So kann ich mich nicht nur in technischer, sondern auch in gestalterischer Hinsicht weiterbilden. Die Kombination von unterschiedlichsten Programmen beziehungsweise Softwares zum Lösen komplexer Aufgaben im Büro, erlaubt mir in der Uni ganz neue Möglichkeiten. Darüber hinaus habe ich vor allem gelernt, was Disziplin und Organisation bedeutet. Detailliert benenne und verwalte ich jede einzelne Datei und baue auch das zehnte Arbeitsmodell als wäre es mein erstes. Als Student habe ich das Potenzial des Modells nämlich noch gar nicht so recht erkannt – ganz nach dem Motto: „eins reicht doch“.

 

 

B: Wie viele Praktika werde ich in Zukunft noch machen?

MG: Das ist schwer zu sagen, doch meine Motivation ist groß, noch viele weitere Büros kennenzulernen, neue Städte und Länder zu erforschen und mich weiterhin auszuprobieren. Und ich habe erkannt wie wichtig es ist zu reisen, neue Menschen kennenzulernen und Architektur zu erkunden. Mein Durst nach neuen Praktikumserfahrungen ist auf jeden Fall noch nicht gestillt. Und bis zu meinem Masterabschluss ergibt sich bestimmt noch die ein oder andere Möglichkeit.

 

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