kadawittfeld: Fast wie in alten Zeiten

Bahnhofsumbau bei laufendem Betrieb? Das kann man sich kaum vorstellen – und doch ist es möglich: bei dem Entwurf von kadawittfeldarchitektur. Seit 2007 feilt man nun schon am neuen Auftritt des Salzburger Hauptbahnhofs. Der einstige Kopfbahnhof wurde mittlerweile zum Durchgangsbahnhof umgebaut. Nur selten zur Freude der Reisenden, aber nicht ohne Erfolg. Das Büro kadawittfeld wird für die Sanierung und Erweiterung des Hauptbahnhofs den Österreichischen Staatspreis Design und den Europäischen Stahlbaupreis erhalten. Den dazugehörigen Wettbewerb konnte das Büro bereits 1999 für sich entscheiden.

Der Entwurf sieht vor, dass neue Elemente wie Glas, Membranen und pneumatische Luftkissen den denkmalgeschützten Bestand, nämlich die Dachkonstruktion aus Stahl und die Eingangshalle im Jugendstil, ergänzen. Es entsteht ein Komplex, der die Stadteile Schallmoos und Elisabeth-Vorstadt miteinander verbindet. Die Passage, die dafür das Hoheitsgebiet der Gleise untergräbt, soll planmäßig 2014 fertiggestellt werden. Aber schon jetzt sieht man, dass die Architekten von kadawittfeld versucht haben, einen neuen Typus unterirdischer Passage zu generieren. Alles ist offen. Es gibt Blickbezüge zwischen den Bahnsteigen und dem unteren Level. Die geplanten Lufträume lassen sogar einen Blick bis unter das bereits erwähnte Dach zu. Natürlich wird es auch Geschäfte geben. Und Gastronomie. Denn die Passage soll mehr sein als ein Tunnel der Gleise miteinander verbindet. Die Passage ist Teil der Stadt und des städtischen Lebens. Gleise bedeuten normalerweise eine klare Grenze für Menschen, aber der Bahnhof selbst schlägt eine Brücke, zwischen den Stadtteilen, und bald schon wird man ganz selbstverständlich von A nach B flanieren können.

Fotos: kadawittfeldarchitektur, Taufik Kenan