15.07.2026

Architektur Öffentlich

Francis Kéré: Erste Kinderoase in Europa

Die Kinderoase an der Technischen Universität München ist das erste dauerhaft realisierte Gebäude von Francis Kéré in Europa. Der markante Holzbau mit Cortenstahlfassade verbindet nachhaltige Architektur mit einem innovativen Raumkonzept für bis zu 60 Kinder. Foto: Astrid Eckert / TUM
Die Kinderoase an der Technischen Universität München ist das erste dauerhaft realisierte Gebäude von Francis Kéré in Europa. Der markante Holzbau mit Cortenstahlfassade verbindet nachhaltige Architektur mit einem innovativen Raumkonzept für bis zu 60 Kinder. Foto: Astrid Eckert / TUM

Der mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnete Architekt Francis Kéré hat an der Technische Universität München sein erstes dauerhaft realisiertes Gebäude in Europa fertiggestellt. Mit der Kinderoase an der TUM entstand ein außergewöhnlicher Holzbau, der nachhaltige Konstruktion, architektonische Qualität und ein innovatives pädagogisches Raumkonzept miteinander verbindet. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit bietet die vertikale Kindertagesstätte künftig Platz für bis zu 60 Kinder von Universitätsangehörigen.


Francis Kéré entwirft eine Kita aus der Perspektive der Kinder

Im Zentrum des Entwurfs steht die Frage, wie Kinder Architektur erleben. Statt klassischer Erschließungsflächen entwickelte Francis Kéré einen vertikalen Spielplatz entlang der Nordfassade. Mehrere Rutschen verbinden die fünf Ebenen miteinander und machen den Wechsel zwischen den Geschossen zum Teil des täglichen Spiels.

Jede Altersgruppe nutzt ein eigenes Geschoss mit Gruppenräumen und Gemeinschaftsbereichen. Ergänzt wird das Raumprogramm durch einen Mehrzweckraum für Bewegung sowie die Dachterrasse „Himmelswiese“, die den Kindern geschützte Freiräume mitten im dicht bebauten Münchner Stadtzentrum bietet.


Nachhaltiger Holzbau mit markanter Cortenstahlfassade

Der Neubau wurde überwiegend als Holzkonstruktion ausgeführt. Tragwerk und Innenausbau bestehen größtenteils aus Fichten- und Eschenholz, während lediglich das notwendige Fluchttreppenhaus in Beton errichtet wurde.

Charakteristisch ist die plastisch gefaltete Lamellenfassade aus Cortenstahl. Mehr als 2.000 Lamellen verleihen dem Gebäude seine markante Erscheinung und übernehmen gleichzeitig Funktionen des Sonnen- und Witterungsschutzes.

Die Ausführungsplanung übernahm HK Architekten – Hermann Kaufmann + Partner, wodurch Kérés Entwurf in einen konstruktiv anspruchsvollen Holzbau übersetzt werden konnte.

Astrid Eckert / TUM
Astrid Eckert / TUM
Astrid Eckert / TUM
Astrid Eckert / TUM
Astrid Eckert / TUM
Astrid Eckert / TUM
Astrid Eckert / TUM
Astrid Eckert / TUM

Architektur als Beitrag zur Familienfreundlichkeit

Mit der Kinderoase erweitert die Technische Universität München ihr familienfreundliches Angebot. Die Einrichtung befindet sich direkt am Stammgelände und erleichtert Beschäftigten die Vereinbarkeit von Wissenschaft, Beruf und Familie.

Finanziert wurde das Projekt vollständig von der Unternehmerin und TUM-Ehrensenatorin Ingeborg Pohl, die das Gebäude errichten ließ und der Universität schenkte.


Neues architektonisches Zeichen für den Campus

Die Kinderoase schließt eine seit dem Zweiten Weltkrieg unbebaute Baulücke an der Gabelsbergerstraße. Zwischen Mensa und Bestandsgebäuden der Universität setzt der fünfgeschossige Neubau einen markanten architektonischen Akzent.

Mit seiner Kombination aus nachhaltigem Holzbau, innovativer Fassadengestaltung und konsequent kindgerechter Planung unterstreicht das Projekt zugleich die Holzbaukompetenz der TUM sowie Francis Kérés menschenzentrierten Architekturansatz.

Projektdaten im Überblick

  • Projekt: Kinderoase an der TUM
  • Standort: Technische Universität München
  • Entwurf: Francis Kéré / Kéré Architecture
  • Ausführungsplanung: HK Architekten – Hermann Kaufmann + Partner
  • Nutzung: Kindertagesstätte
  • Kapazität: 60 Kinder
  • Bruttogrundfläche: 1.541 m²
  • Konstruktion: Holzbau mit Cortenstahlfassade

Mit der Kinderoase an der Technischen Universität München realisiert Francis Kéré sein erstes dauerhaftes Gebäude in Europa. Der Holzbau verbindet nachhaltige Konstruktion mit einer Architektur, die konsequent aus der Perspektive der Kinder gedacht ist. Damit entsteht nicht nur eine außergewöhnliche Kindertagesstätte, sondern auch ein neues architektonisches Wahrzeichen im Münchner Museumsviertel.

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