Ein Erker ist architektonisch eine der anspruchsvollsten Fenstersituationen überhaupt: Er springt aus der FassadeFassade: Die äußere Hülle eines Gebäudes, die als Witterungsschutz dient und das Erscheinungsbild des Gebäudes prägt. heraus, besitzt mehrere Fensterachsen in unterschiedlichen Winkeln, hat oft ungewöhnliche Proportionen und verweigert sich damit jedem Standardvorhang. Eine durchdachte Erker Gardinen Lösung ist deshalb weit mehr als eine Frage des Geschmacks. Sie verbindet Raumgeometrie, LichtsteuerungLichtsteuerung: Die Lichtsteuerung bezieht sich auf die Möglichkeit, die Beleuchtung zu steuern und anzupassen, um eine optimale Beleuchtungssituation zu erreichen., Textilphysik und Innenarchitektur zu einem Ganzen und entscheidet darüber, ob ein Erker als architektonisches Highlight zur Geltung kommt oder hinter schwerfälligen Vorhängen verschwindet.
- Was ein Erker architektonisch ist und welche Typen es gibt
- Warum die Erker Gardinen Lösung eine eigene Planungsaufgabe darstellt
- Welche Befestigungssysteme und Schienenkonstruktionen für Erker geeignet sind
- Wie Stoff, Faltenform und Aufhängungsart das Raumgefühl beeinflussen
- Welche Rolle Lichteinfall, Sichtschutz und Wärmeschutz bei der Auswahl spielen
- Wie man Gardinen in runden, polygonalen und asymmetrischen Erkern plant
- Welche handwerklichen und konstruktiven Details über Erfolg oder Misserfolg entscheiden
- Wie sich die Gardine in das Gesamtkonzept des Raumes und der Fassade einfügt
Der Erker: Architektonische Definition und typologische Vielfalt
Als Erker bezeichnet man einen aus der Fassadenflucht hervorspringenden, geschlossenen Baukörper, der mindestens ein Geschoss umfasst und von einem eigenen Dach oder einer Abdeckung abgeschlossen wird. Er unterscheidet sich von der Loggia, die in die Fassade eingeschnitten ist, und vom Balkon, der offen bleibt. Der Erker ist ein vollständig umschlossener, beheizter Raumteil mit eigenen Fensterflächen, die in der Regel in mehrere Richtungen orientiert sind. Diese Mehrseitigkeit ist sein architektonisches Wesen und zugleich die Ursache aller Planungsschwierigkeiten bei der Bekleidung mit Gardinen oder Vorhängen.
Typologisch lassen sich Erker nach ihrer Grundrissform unterscheiden. Der polygonale Erker, häufig als Drei- oder Fünfeck ausgeführt, ist in der Gründerzeitarchitektur und im Historismus weit verbreitet. Der rechteckige Erker tritt vor allem im Bauhausstil und in der sachlichen Moderne auf, wo er als klarer Kubus aus der Fassade tritt. Der runde oder halbrunde Erker, auch als Rundererker bezeichnet, findet sich sowohl in der Jugendstilarchitektur als auch im Neoklassizismus und stellt durch seine Krümmung besondere Anforderungen an jede Erker Gardinen Lösung. Schließlich gibt es den Eckererker, der an einer Gebäudeecke sitzt und zwei Fassadenseiten verbindet, sowie den Turmererker, der über mehrere Geschosse reicht und als eigenständiges Architekturelement in Erscheinung tritt.
Die Höhe des Erkers spielt ebenfalls eine Rolle. Ein Erker, der vom Boden bis zur Decke verglast ist, stellt andere Anforderungen an die Gardinenlösung als ein Brüstungserker, bei dem unterhalb der Fensterist eine Öffnung in der Wand eines Gebäudes, die Licht, Luft und Blick nach draußen ermöglicht. Es gibt verschiedene Arten von Fenstern, die sich in Größe, Form und Material unterscheiden können. Das Fenster ist ein wesentlicher Bestandteil der Gebäudearchitektur und hat sowohl funktionale als auch ästhetische Bedeutung. Es ist eine... eine geschlossene Brüstungszone liegt. Im ersten Fall reicht die Gardine vom Sturz bis zum Boden und muss die gesamte Raumhöhe gliedern; im zweiten Fall endet sie an der Fensterbank oder wird als reine Scheibengardine auf Höhe der VerglasungVerglasung: Die Verglasung bezeichnet die transparente Abdeckung von Fenstern, Türen oder anderen Öffnungen in Gebäuden oder Fahrzeugen. geführt. Diese Unterschiede sind keine Kleinigkeiten, sie bestimmen die gesamte Raumwirkung.
Warum die Erker Gardinen Lösung eine eigene Planungsaufgabe ist
Wer eine Erker Gardinen Lösung plant, stößt sofort auf ein geometrisches Grundproblem: Die Fensterachsen stehen in unterschiedlichen Winkeln zueinander, und eine durchgehende gerade Schiene, wie sie für ein normales Fenster selbstverständlich ist, passt hier nicht. Entweder werden die einzelnen Fensterfelder separat behandelt, was zu einer fragmentierten Wirkung führt, oder die Gardine wird in einem zusammenhängenden System geführt, das die Ecken überbrückt. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, verlangen aber eine bewusste Entscheidung, die aus dem Raumkonzept heraus begründet sein muss.
Hinzu kommt die Frage der Lichtführung. Ein Erker ist seiner Natur nach ein Lichtfänger: Er sammelt TageslichtTageslicht: Natürliches Licht, das während des Tages durch die Fenster oder Oberlichter in ein Gebäude strömt. aus mehreren Himmelsrichtungen gleichzeitig und schafft damit eine Helligkeit, die im restlichen Raum so nicht vorhanden ist. Eine zu schwere oder zu undurchlässige Gardine zerstört genau diese Qualität. Gleichzeitig kann ein Erker ohne jede textile Bekleidung zum Problemfall werden, wenn er nach Süden oder Westen orientiert ist und im Sommer direkte SonneneinstrahlungSonneneinstrahlung: Die Menge der von der Sonne abgegebenen Energie in Form von elektromagnetischen Wellen, die auf die Erde treffen. in den Raum lenkt. Die Erker Gardinen Lösung muss also LichtLicht: Licht bezeichnet elektromagnetische Strahlung im sichtbaren Bereich des Spektrums. In der Architektur wird Licht zur Beleuchtung von Räumen oder als Gestaltungselement eingesetzt. filtern, ohne es zu blockieren, Sichtschutz bieten, ohne den Ausblick zu verstellen, und dabei die architektonische Geste des Erkers sichtbar lassen.
Ein weiterer Aspekt ist die thermische Funktion. Erkerfenster sind häufig größer als normale Fenster und haben eine höhere Glasfläche im Verhältnis zur opaken Wandfläche. Im Winter bedeutet das erhöhte Wärmeverluste, im Sommer erhöhte Wärmegewinne. Schwere, dicht gewebte Vorhänge können hier als thermischer Puffer wirken, müssen aber so angeordnet sein, dass sie im geschlossenen Zustand tatsächlich die Glasfläche abdecken und nicht davor hängen, ohne Kontakt zur Verglasung zu haben. Nur eine Gardine, die nahe an der Scheibe geführt wird, entfaltet eine nennenswerte dämmende Wirkung.
Befestigungssysteme und Schienenkonstruktionen für Erker
Das Herzstück jeder Erker Gardinen Lösung ist das Schienen- oder Stangensystem. Für polygonale Erker bieten Hersteller von Gardinensystemen biegbare Schienen aus AluminiumAluminium: Aluminium ist ein leichtes, strapazierfähiges Metall, das in der Bauphysik oft für seine Wärmedämmungseigenschaften und Langlebigkeit verwendet wird. oder KunststoffKunststoff - Ein Werkstoff, der aus synthetischen oder halbsynthetischen Polymeren besteht. an, die sich in nahezu jeden Winkel formen lassen. Diese flexiblen Schienen können in einem Stück um alle Ecken des Erkers geführt werden, sodass die Gardine in einem geschlossenen Bogen hängt und bei Bedarf vollständig um den Erker herumgezogen werden kann. Der Vorteil liegt in der optischen Einheitlichkeit; der Nachteil besteht darin, dass die Gardine in den Ecken Falten wirft, die sich nicht vollständig vermeiden lassen, wenn der Winkel sehr spitz ist.
Für runde Erker ist eine gebogene Schiene aus biegbarem Aluminiumprofil die technisch sauberste Lösung. Sie wird werkseitig auf den genauen Radius des Erkers gebogen oder vor Ort mit einem Biegewerkzeug angepasst. Alternativ kann eine Seilspannung eingesetzt werden, bei der ein Edelstahlseil zwischen zwei Wandpunkten gespannt wird und die Gardine mit Clips oder Ösen daran befestigt wird. Diese Lösung ist leichter und moderner in der Anmutung, eignet sich aber nur für leichte Stoffe ohne viel Eigengewicht.
Für rechteckige Erker mit klaren Winkeln bieten sich Eckverbindungsstücke an, die zwei gerade Schienensegmente im rechten Winkel verbinden. Diese Verbinder sind in der Regel als Gleiter ausgeführt, sodass die Gardine auch über die Ecke hinweg bewegt werden kann. Wer hingegen die einzelnen Fensterfelder des Erkers separat bekleiden möchte, verwendet für jedes Feld eine eigene Stange oder Schiene. Diese Lösung ist handwerklich einfacher, ergibt aber eine stärker gegliederte Wirkung, die zum Charakter des Raumes passen muss.
Die BefestigungBefestigung: Die Befestigung beschreibt die Art und Weise, wie ein Bauteil an einem anderen befestigt wird. der Schiene an der Decke oder am Sturz ist ein konstruktiver Punkt, der oft unterschätzt wird. Im Erker trifft die Schiene auf Laibungen, Stürze und Deckenuntersichten, die nicht immer rechtwinklig zur Schiene stehen. Hier sind maßgefertigte Halterungen oder justierbare Wandträger erforderlich. Eine Schiene, die nicht exakt waagerecht hängt, lässt die Gardine schief fallen, was besonders bei bodenlangen Vorhängen sofort sichtbar ist. Eine sorgfältige Aufmaßnahme vor der Bestellung ist deshalb unerlässlich.
Stoff, Faltenform und Aufhängungsart: Die textile Dimension der Erker Gardinen Lösung
Die Wahl des Stoffes ist bei einer Erker Gardinen Lösung keine rein ästhetische Entscheidung. Leichte, transparente Stoffe wie Voile, Organza oder Batist lassen das Licht durch und betonen die Helligkeit des Erkers, bieten aber kaum Sichtschutz und keinen thermischen Nutzen. Mittelschwere Stoffe aus LeinenLeinen: Leinen ist ein Gewebe aus Flachsfasern und hat eine lange Tradition in der Textilherstellung. Es ist sehr strapazierfähig, atmungsaktiv und hat eine natürliche Eleganz. Leinen wird oft für Tischdecken, Bettwäsche und Bekleidung verwendet und kann in vielen verschiedenen Farben und Mustern hergestellt werden., Baumwoll-Polyester-Mischgeweben oder strukturierten Webarten verbinden LichtdurchlässigkeitLichtdurchlässigkeit: Die Lichtdurchlässigkeit beschreibt den Prozentsatz des einfallenden Lichts, der eine Fläche durchdringt. In der Architektur ist dies wichtig für die Beurteilung der Lichtverhältnisse in Innenräumen. mit einem gewissen Sichtschutz und sind für die meisten Wohnsituationen die sinnvollste Wahl. Schwere Dekorationsstoffe aus Samt, JacquardJacquard: Ein Webmuster, bei dem das Muster in den Stoff eingewebt ist, anstatt auf die Oberfläche gedruckt zu werden. oder dichtem Wollgewebe eignen sich für repräsentative Räume und historische Erker, erfordern aber eine stabile Schiene und eine sorgfältige Faltenberechnung, da ihr Eigengewicht erheblich ist.
Die Faltenform beeinflusst, wie viel Stoff benötigt wird und wie die Gardine im geöffneten Zustand wirkt. Die klassische Kräuselfalte, bei der der Stoff gleichmäßig gerafft wird, ist die einfachste und flexibelste Variante. Sie eignet sich für gebogene Schienen besonders gut, weil sie keine präzise Faltenpositionierung erfordert. Die Kellerfalte und die Faltenband-Varianten mit zwei oder drei Falten pro Einheit setzen einen geraden Verlauf der Schiene voraus und wirken in Erkern mit vielen Richtungswechseln oft unruhig. Ösenvorhänge, bei denen der Stoff in regelmäßigen Abständen durch Metallösen an der Stange geführt wird, sind modern und schlicht, lassen sich aber über Ecken hinweg nicht schieben und eignen sich deshalb nur für die Einzelfeldbekleidung.
Die Aufhängungshöhe ist ein weiterer gestalterischer Parameter. Gardinen, die knapp unterhalb der Decke beginnen, lassen den Raum höher wirken und betonen die Vertikalität des Erkers. Gardinen, die am Sturz des Fensters beginnen, rahmen die Verglasung und lassen die Wandfläche oberhalb des Fensters sichtbar. Im historischen Altbau mit Stucksims und hohen Räumen ist die deckenbündige Aufhängung oft die richtige Wahl; im modernen Neubau mit niedrigeren Räumen kann sie erdrückend wirken. Bodenlange Gardinen, die leicht auf dem Boden aufliegen, erzeugen eine elegante, großzügige Wirkung, sind aber in Erkern mit Heizkörpern oder FußbodenheizungFußbodenheizung: eine Heizung, die unter einem Bodenbelag versteckt ist und Wärme von unten nach oben abgibt. funktional problematisch, weil sie den Wärmefluss behindern.
Licht, Sichtschutz und Wärmeschutz: Funktionale Anforderungen im Erker
Ein Erker, der nach Osten oder Süden orientiert ist, empfängt morgens oder mittags direkte SonnenstrahlungDirekte Sonnenstrahlung: Sonnenlicht, das direkt auf ein Objekt oder eine Fläche trifft.. Ohne textilen Schutz erhitzt sich der Erkerbereich erheblich, und Möbel sowie Bodenbeläge können durch UV-StrahlungUV-Strahlung: Elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 100 und 400 Nanometern, die von der Sonne ausgesendet wird. ausbleichen. Eine Erker Gardinen Lösung, die SonnenschutzSonnenschutz: Der Sonnenschutz bezieht sich auf alle Maßnahmen, die ergriffen werden, um Überhitzung durch direkte Sonneneinstrahlung zu verhindern. bietet, ohne den Raum zu verdunkeln, setzt auf Stoffe mit UV-Schutzausrüstung oder auf eine Kombination aus transparenter Scheibengardine und einem dahinterliegenden, bei Bedarf vorziehbaren Verdunkelungsvorhang. Diese Schichtung, in der Fachsprache auch als Doppelgardinensystem bezeichnet, erlaubt eine flexible Anpassung an unterschiedliche Tageszeiten und Nutzungssituationen.
Sichtschutz ist im Erker eine besonders heikle Anforderung, weil der Erker in der Regel näher an der Straße oder am Nachbargebäude liegt als der zurückgesetzte Wandbereich. Gleichzeitig ist der Ausblick aus dem Erker oft ein wesentlicher Qualitätsmerkmal des Raumes. Eine Gardine, die den Sichtschutz durch vollständige Abdunkelung löst, vernichtet diesen Ausblick. Besser geeignet sind Stoffe mit einer Gewebestruktur, die von innen nach außen Sicht erlaubt, von außen nach innen aber nicht. Dieses Prinzip, das aus der Sonnenschutztechnik als Sichtschutzgewebe bekannt ist, funktioniert allerdings nur bei Tageslicht und kehrt sich nachts um, wenn der Innenraum beleuchtet ist.
Für den Wärmeschutz im Winter gilt: Eine Gardine, die dicht an der Scheibe hängt und seitlich gut abschließt, kann die Wärmeverluste durch das Fenster spürbar reduzieren. Fachleute sprechen hier von einer zusätzlichen WärmedämmschichtWärmedämmschicht: Eine Schicht von Material, die auf eine Oberfläche aufgebracht wird, um die Wärmeverluste zu reduzieren. durch die ruhende Luftschicht zwischen Stoff und Scheibe. Dieser Effekt ist bei schweren, dicht gewebten Stoffen deutlich ausgeprägter als bei transparenten Materialien. Wer in einem Erker mit großen Glasflächen im Winter Heizkosten sparen möchte, sollte deshalb zumindest für die Nachtstunden einen dichten VorhangVorhang: Ein textiles Material, das zum Abdecken von Fenstern, Türen oder als Raumteiler verwendet wird. vorsehen, der die Glasfläche vollständig abdeckt.
Besondere Erkerformen: Rund, polygonal, asymmetrisch
Der runde oder halbrunde Erker stellt die höchsten Anforderungen an die Erker Gardinen Lösung. Eine gebogene Schiene ist hier technisch die sauberste Lösung, erfordert aber eine genaue Aufmaßnahme des Radius. Alternativ kann eine Seilspannung eingesetzt werden, die sich leichter an Kurven anpasst. Stoffe für runde Erker sollten eine gewisse Weichheit und Drapierbarkeit aufweisen, damit sie der Kurve folgen, ohne steif abzustehen. Leinen und Viskose-Mischgewebe eignen sich hier gut; steife Synthetikgewebe dagegen neigen dazu, sich von der Kurve abzuheben und unschöne Falten zu bilden.
Beim polygonalen Erker, der in der Gründerzeitarchitektur am häufigsten anzutreffen ist, liegt die Herausforderung in den Ecken. Wenn der Winkel zwischen zwei Fensterfeldern sehr spitz ist, also bei einem Fünfeck-Erker mit Winkeln von 108 Grad oder weniger, kann eine durchgehende Gardine die Ecke nicht sauber überbrücken, ohne dort Falten zu werfen. Eine bewährte Lösung besteht darin, die Gardine in den Ecken mit einem zusätzlichen Faltenband zu versehen, das die überschüssige Stoffmenge kontrolliert aufnimmt. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Einzelfeldbekleidungen, die in jeder Ecke mit einer kleinen Überlappung enden, sodass kein Lichtspalt entsteht.
Asymmetrische Erker, die nur auf einer Seite eine Fensterachse haben oder in denen die Fensterfelder unterschiedlich breit sind, verlangen eine individuelle Planung, die keine Standardlösung erlaubt. Hier ist es besonders wichtig, das Aufmaßbeschreibt das Messverfahren im Bauwesen, bei dem Bauteile oder Flächen abgemessen werden, um ihre genauen Abmessungen zu ermitteln. vor Ort sorgfältig durchzuführen und die Gardinenlösung zeichnerisch zu entwickeln, bevor Stoffe und Schienen bestellt werden. Eine Skizze, die alle Maße, Winkel und Befestigungspunkte enthält, ist die Grundlage jeder handwerklich sauberen Ausführung.
Handwerkliche Details und häufige Fehler bei der Umsetzung
Die häufigste Fehlerquelle bei der Umsetzung einer Erker Gardinen Lösung ist ein ungenaues Aufmaß. Erkerfenster haben selten exakt rechte Winkel, und Wandflächen sind nicht immer lotrecht. Wer das Aufmaß mit einem einfachen Maßband nimmt, ohne die Winkel zu messen und die Diagonalen zu kontrollieren, bestellt Schienen und Stoffe, die vor Ort nicht passen. Professionelle Raumausstatter verwenden deshalb Winkelmesser oder digitale Aufmaßgeräte, um die genaue Geometrie des Erkers zu erfassen.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Unterschätzung des Stoffbedarfs. Für eine gut fallende Gardine mit Kräuselfalte wird in der Regel das Zweieinhalbfache bis Dreifache der zu bekleidenden Breite als Stoffmenge benötigt. In einem Erker, der mehrere Fensterfelder umfasst, summiert sich diese Menge erheblich. Wer hier spart, erhält eine Gardine, die zu schmal ist und den Erker nicht vollständig abdeckt, oder eine, die im geöffneten Zustand so wenig Stoff hat, dass sie flach und unscheinbar wirkt.
Die Montage der Schiene ist ein weiterer kritischer Punkt. Im Erker trifft die Schiene auf Laibungen aus Putz, HolzHolz: Ein natürlicher Werkstoff, der zur Herstellung von Schalungen und Gerüsten genutzt werden kann. Es wird oft für Bauvorhaben im Bereich des Holzbaus verwendet. oder Beton, die unterschiedliche Befestigungsanforderungen stellen. DübelDübel sind kleine Stahlnägel, die in Löcher gebohrt werden, um Teile eines Gebäudes miteinander zu verbinden. in Putz halten weniger als Dübel in Beton; in Holzlaibungen sind Schrauben direkt einsetzbar. Wer die Traglast der Schiene unterschätzt, riskiert, dass die Befestigung bei schweren Stoffen nachgibt. Die Schiene sollte deshalb immer auf die maximale Stoffmasse ausgelegt sein, die sie tragen wird, mit einem Sicherheitszuschlag.
Die Erker Gardinen Lösung im Gesamtkontext der Innenarchitektur
Eine Erker Gardinen Lösung, die nur den Erker selbst betrachtet, ohne den angrenzenden Raum einzubeziehen, greift zu kurz. Der Erker ist ein Teil des Raumes, und die Gardine ist ein Teil der Raumausstattung. Wenn der Rest des Raumes mit anderen Vorhängen oder JalousienJalousien: Ein Sonnenschutzsystem, bei dem flexible Lamellen aus verschiedenen Materialien verwendet werden, die über Scharniere so eingestellt werden können, dass sie das Eindringen von Tageslicht oder Sonnenlicht reduzieren. ausgestattet ist, muss die Erkergardine dazu in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Das bedeutet nicht, dass sie identisch sein muss, aber sie sollte aus demselben gestalterischen Vokabular schöpfen: ähnliche Farbtöne, verwandte Materialien, konsistente Aufhängungshöhe.
Historische Erker in Gründerzeithäusern oder Jugendstilgebäuden haben eine architektonische Würde, die eine entsprechende textile Fassung verlangt. Hier passen schwere Dekorationsstoffe mit Faltenband, klassische Gardinenstangen aus Messingist ein Legierungsmetall aus Kupfer und Zink, das aufgrund seiner Festigkeit, Härte, Korrosionsbeständigkeit und optischen Eigenschaften in der Architektur als Material für architektonische Bauteile wie Armaturen, Türgriffe und Geländer eingesetzt wird. oder Bronzeist eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Diese Materialmischung hat eine hohe Härte und Festigkeit. Aufgrund dieser Eigenschaften wird Bronze oft für Beschläge an Türen und Fenstern eingesetzt. und bodenlange Vorhänge mit Abschlussborte. Moderne Erker in Neubauten vertragen leichtere, schlichtere Lösungen: Seilspannungen, Ösenvorhänge aus Leinen oder schlichte RollosRollos: Ein Fensterbeschattungssystem, das aus einem Stück Stoff besteht, das aufgerollt werden kann, um das Tageslicht zu regulieren und die Wärmeeinstrahlung zu reduzieren., die in die Laibung eingebaut sind. Die Erker Gardinen Lösung ist in beiden Fällen eine Aussage über den Charakter des Gebäudes und des Raumes.
Schließlich sollte die Gardine die Funktion des Erkers als Aufenthaltsort unterstützen. Viele Erker sind als Sitzfenster oder Leseplätze konzipiert, mit einer Fensterbank, auf der man sitzen kann. Eine Gardine, die diesen Platz einengt oder die Sicht versperrt, wenn man im Erker sitzt, verfehlt ihren Zweck. Die beste Erker Gardinen Lösung ist diejenige, die man im Alltag kaum bemerkt, weil sie selbstverständlich funktioniert: Sie gibt Licht, wenn man Licht will, schützt, wenn man Schutz braucht, und verschwindet, wenn man den Blick nach draußen sucht.
Fazit: Geometrie, Funktion und Gestalt als Einheit denken
Der Erker ist ein architektonisches Versprechen: mehr Licht, mehr Raum, mehr Ausblick. Eine gelungene Erker Gardinen Lösung löst dieses Versprechen ein, anstatt es zu verdecken. Das gelingt nur, wenn Geometrie, Funktion und Gestalt von Anfang an gemeinsam gedacht werden. Die Wahl des Schienensystems bestimmt, wie die Gardine sich bewegt. Die Wahl des Stoffes bestimmt, wie das Licht gefiltert wird. Die Wahl der Faltenform bestimmt, wie der Raum proportioniert wirkt. Und die Einbettung in das Gesamtkonzept des Raumes bestimmt, ob die Lösung dauerhaft überzeugt oder nach kurzer Zeit als Kompromiss empfunden wird.
Wer diese Zusammenhänge versteht, erkennt, dass eine Erker Gardinen Lösung keine Aufgabe ist, die man nebenbei erledigt. Sie ist eine Planungsaufgabe, die handwerkliche Sorgfalt, gestalterisches Urteilsvermögen und technisches Wissen vereint. Fachleute aus dem Raumausstatterhandwerk, die Erfahrung mit unregelmäßigen Raumsituationen haben, sind hier die richtigen Ansprechpartner. Ihr Beitrag ist nicht der Vorhang allein, sondern das Verständnis dafür, wie ein Raum mit Licht, Stoff und Geometrie zu einem stimmigen Ganzen wird.
