Low Line New York

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Nachdem die Highline, das New Yorker Grün im Hochparterre, mit Begeisterung aufgenommen wurde, kamen ein paar findige Köpfe auf die Idee, ein aufgelassenes, unterirdisches Straßenbahndepot in der Stadt in einen Park unter Tage zu verwandeln: Die Idee der Lowline war geboren. Ein kühner Plan, für dessen Realisierung allerdings noch Spendengelder gesammelt werden.

In einem alten Straßenbahndepot in der Lower East Side soll eine grüne Oase im Keller entstehen, geplant von dem Designer James Ramsey und dem Ingenieur Dan Barasch. Belichtet werden sollen die Pflanzen durch Fiberoptikkabel, die Sonnenlicht in Schalen auffangen, bündeln und direkt auf die Blätter richten. Das reiche, hoffen die Planer, um eine Photosynthese und damit Wachstum zu erzeugen. Einen „Prototyp” einer solchen Pflanzinsel haben die Architekten bereits angelegt, und es gab eine Ausstellung, wo die New Yorker im Keller flanieren konnten – Hunderte standen Schlange. Bis das Projekt fertig gestellt sein wird, werden allerdings noch Jahre ins Land gehen.

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Das Depot, drei Blöcke lang – fast 5.600 Quadratmeter –, ist seit 1948 ungenutzt, als die Straßenbahn eingestellt wurde. Nur Obdachlose leben gelegentlich hier. Ramsey, der sein Büro in der Nähe hat, wurde vor ein paar Jahren auf das Gebäude aufmerksam.

Die Lower East Side war früher ein Viertel für arme Immigranten aus Süd- und Osteuropa. Das ist lange her. Heute leben Yuppies und Studenten der New York University nördlich der Delancey, die Mieten liegen im Manhattan-üblichen Bereich.

Mehr dazu im Baumeister 12/2013

Illustrationen: Lowline-Team