Die nominierten Projekte des DAM Preises 2027 stehen fest und sind auf der Seite des Auslobers, dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, zu sehen. Wir freuen uns, dass unsere städtebauliche Planung für die Revitalisierung der Porzer Stadtzentrums und deren hochbauliche Umsetzung dazu gehört. Hier gelangt man direkt zum Projektbeitrag von JSWD: https://www.dam-preis.de/de/55/projekt-details/?action=detail&id=1354&r=s
Die Shortlist, also die engere Auswahl an Gebäuden und Ensembles, wird im Laufe des Sommers bekannt gegeben.
Ausgangslage – Städtebaulicher Ansatz
Die Stadt Köln hat im Jahr 2014 mit dem Kauf des seit langem leerstehenden Hertie-Kaufhauses eine Schlüsselrolle bei der anstehenden Reparatur des rechtsrheinischen Ortskerns von Köln-Porz übernommen. Die Stadtentwicklungsgesellschaft moderne stadt wurde mit einer städtebaulichen Machbarkeitsstudie beauftragt, die in Zusammenarbeit mit JSWD ausgearbeitet wurde. Die favorisierte Variante sah den Abriss der Kaufhausruine und den Bau von drei Baublocks mit Einzelhandel in den Erdgeschossen und attraktivem Wohnraum in den Obergeschossen vor. Begründung dieser Entscheidung: Die bestehende Blockade in der Stadtmitte von Porz wird beseitigt. Außerdem stärkt der neue Nutzungsmix aus Wohnen und Einzelhandel den Standort. Lauf- und Sichtbeziehungen werden neu und klar strukturiert und vormals bestehende Angsträume und Brachflächen beseitigt. Nicht zuletzt wird die räumliche Qualität der neuen Gassen und des vorgesehenen Marktplatzes durch die positive Ausstrahlung der maßstäblichen Architektur geprägt. Insgesamt entsteht ein urbaner Stadtraum mit einer hohen Aufenthaltsqualität, der zum Leben, zum Einkaufen und zum Verweilen einlädt.
Drei neue Wohn- und Geschäftshäuser – Abstraktion und Reduktion in Klinker
Mit der „Neue Mitte Porz“ wurde ein Ensemble aus drei Wohn- und Geschäftshäusern realisiert, welche als Abstraktion des gründerzeitlichen Blocks räumlich wie gestalterisch neue Wege gehen.Giebelständige Ansichten und eine angemessene Kleinteiligkeit prägen nun das Zentrum des prosperierenden Stadtteils von Köln.
Die Kubatur von Haus 1 (JSWD) ist fein gegliedert. Die FassadenFassaden sind die Außenwände von Gebäuden, die zur Straße hin sichtbar sind. und Dächer sind ablesbar in mehrere Hauseinheiten mit eigenen Eingängen unterteilt. Als Fassadenmaterial wurden hellgrau changierende Klinkerriemchen im Langformat gewählt. Unterschiedliche Schichten in der FassadeFassade: Die äußere Hülle eines Gebäudes, die als Witterungsschutz dient und das Erscheinungsbild des Gebäudes prägt. haben die erwünschte Tiefenwirkung: Zwei Ebenen in der Klinkerschicht sowie eine dahinter liegende Ebene der Öffnungen mit außenliegenden Verschattungselementen und eingeschnittenen Loggien erzeugen ein abwechslungsreiches, dreidimensionales Fassadenbild. Die Materialität der hellen Fassadenklinker wurde auch in der Dachfläche übernommen.
Jede der knapp 50 Wohnungen von Haus 1 verfügt über eine großzügige Loggia. Im Innenhof werden Spielflächen für die Kinder der Bewohner angeboten. Im Erdgeschoss erweitert ein Vollsortimenter das Angebot der Nahversorgung.
Auch Haus 2 (Molestina) und Haus 3 (Kaspar Kraemer) folgen den Gestaltungsgrundsätzen, die JSWD bereits in der Machbarkeitsstudie entwickelt hatte.
Realisierungsphasen der Stadtraumerneuerung
Nach dem Abbruchbezieht sich auf den Prozess des Demontierens oder Zerstörens eines bestehenden Bauwerks oder Gebäudes. der Kaufhausruine im Jahr 2018 wurde nach Plänen von JSWD zunächst das Verteilerbauwerk für alle Tiefgaragen des Gesamtprojekts realisiert.
In Folge wurde der Hochbau von Haus 1 – zwischen der Kirche St. Josef und der Fußgängerbrücke über der Ortsdurchfahrt platziert – fertiggestellt. Es folgte die Realisierung von Haus 2 und Haus 3. Parallel dazu wurde die Planung für die Außenanlagen baulich umgesetzt.
In diesem Jahr wird mit dem Abriss des sogenannten Dechant-Scheben-Hauses neben der Kirche St. Josef und der damit möglichen Gestaltung des zukünftigen Marktplatzes das Gesamtprojekt umgesetzt sein.
Daten + Fakten
Projektadresse: Friedrich-Ebert-Platz, 51143 Köln-Porz
Grundstücksgröße: ca. 9.000 m²
Städtebauliche Machbarkeitsstudie mit moderne stadt im Jahr 2015
Planungswerkstatt mit Bürgerbeteiligung im Jahr 2016
Planungs- und Bauzeit: 2018–2024
Beteiligte Architekturbüros + Bauherrinnen
-JSWD: Städtebaukonzept, Verteilerbauwerk Quartiers-Tiefgaragen und Haus 1, für die Stadt Köln, vertreten durch moderne stadt
-Molestina Architekten + Stadtplaner: Haus 2, für die Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbH
-Kaspar Kraemer Architekten: Haus 3, für die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH
-club L94 Landschaftsarchitekten: Freiraumkonzept
Auszeichnungen
-polis Award 2023 in Silber für das Gesamtprojekt in der KategorieKategorie: Die Kategorie beschreibt die Gefahrenklasse von Stoffen und Materialien, z.B. entzündbare Flüssigkeiten, Gas oder Staub, und hat Einfluss auf die Brandschutzanforderungen. „Reaktivierte Zentren“
-Nominierung des Gesamtprojekts zum DAM Preis 2027
Über JSWD
Das Architekturbüro JSWD wurde im Jahr 2000 in Köln, Deutschland, gegründet und ist international tätig. Im Jahre 2010 wurde zusätzlich „JSWD Health Care“ gegründet. Heute arbeiten in Köln, Berlin, Wien und Tampa, USA, ca. 240 Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen. JSWD wird aktuell von den Gründungspartnern Prof. Olaf Drehsen und Frederik Jaspert, den Partnern Christian Mammel, Mario Pirwitz und Tobias Unterberg und den Associate Partnern Guido Litjens, Hermann Norda und Helmut Schröder geleitet.
JSWD hat seit der Bürogründung über 70 Bauten in Deutschland und im europäischen Ausland verwirklicht. Dabei wurde die Mehrzahl der Projekte über gewonnene Wettbewerbe akquiriert. Aufgabenschwerpunkte liegen im Bereich von Bauten für Lehre und Forschung, Verwaltung, Wohnen, Gesundheit, Mobilität und Kultur.
In Kooperationen mit Architekturbüros, zum Beispiel in Frankreich, Spanien und Luxemburg, finden die Planer von JSWD weitere baukünstlerische, technische und intellektuelle Inspirationen und pflegen einen partnerschaftlichen Austausch bei der Realisierung gemeinsamer Bauvorhaben.
Das Streben nach konzeptioneller und formaler Klarheit zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bauvorhaben. Die Arbeit mit wenigen, aber klar definierten Elementen schafft eindeutige Gebäude- und Freiraumhierarchien. Die Identität eines jeden Entwurfs entwickelt sich hierbei immer aus dem Spezifischen der örtlichen Situation und dem Anspruch, das Selbstverständnis der Nutzer widerzuspiegeln.
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