In Gent begründete die Jury ihre Wahl mit der richtigen Balance zwischen „Lärmist eine unerwünschte und störende Geräuschbelastung. Er kann zu Stress, Schlafstörungen und anderen gesundheitlichen Problemen führen. und Stille, Entspannung und Konzentration, Dynamik und Standhaftigkeit“. Die De Krook-Stadtbibliothek, deren Name „Krook“ sich von dem holländischen Begriff „kreuk“ – zu Deutsch Falte – ableitet und sich auf die starke Biegung des angrenzenden Flusses „Scheldt“ bezieht, wurde nun im März dieses Jahres eröffnet: Sie beeindruckt tatsächlich durch den beziehungsreichen Umgang mit dem Standort am Wasser – er hat die Architekten zu einem transparenten Stahltragwerk inspiriert, das mit filigranen, horizontalen Fassadenelementen in langen Linien Bezug auf das angrenzende, fließende Gewässer nimmt und so an die Dynamik einer Schiffsform erinnert. Die Stadt Gent hatte mit der Wettbewerbsaufgabe nicht nur eine Bücherei, sondern auch eine neue Sichtweise auf die Bauaufgabe ausgeschrieben. Während Bibliotheken in der Vergangenheit als hehrer Ort des Wissens, der Aufbewahrung von Büchern und Zeitschriften diente, sollten die Funktionen dieses Gebäudes erweitert werden: Indem Wissen in unterschiedlichen Formen und Medien präsentiert wird – auch mit Symposien, wechselnden Ausstellungen, Debatten und Forschung zum Mitmachen –, sollte ein größeres Publikum erreicht werden. Wichtig war den Bauherren vor allem, mehr Nutzer anzulocken.
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