08.07.2026

Architektur Wohnen

Cielo Nagpur: Klimagerechte Wohnarchitektur

Cielo in Nagpur: Das Wohngebäude von Sanjay Puri Architects reagiert mit einer skulpturalen Fassadenstruktur, verschatteten Balkonen und natürlicher Querlüftung auf das heiße Klima Zentralindiens und verbindet nachhaltige Architektur mit hoher Wohnqualität.
Mr. Vinay Panjawani via v2com
Cielo in Nagpur: Das Wohngebäude von Sanjay Puri Architects reagiert mit einer skulpturalen Fassadenstruktur, verschatteten Balkonen und natürlicher Querlüftung auf das heiße Klima Zentralindiens und verbindet nachhaltige Architektur mit hoher Wohnqualität.

Mit Cielo präsentieren Sanjay Puri Architects in Nagpur ein Wohngebäude, das eindrucksvoll zeigt, wie sich hohe architektonische Qualität, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung auf begrenztem Raum vereinen lassen. Der zwölfgeschossige Neubau reagiert mit einer intelligenten Fassadenstrategie, natürlicher Querlüftung und ressourcenschonender Gebäudetechnik auf die extremen klimatischen Bedingungen Zentralindiens und entwickelt daraus eine markante architektonische Identität.


Architektur als Antwort auf das Klima

Nagpur liegt im geografischen Zentrum Indiens und zählt zu den heißesten Städten des Landes. Über einen Zeitraum von rund acht Monaten im Jahr steigen die Temperaturen regelmäßig auf mehr als 40 Grad Celsius. Für Sanjay Puri Architects war diese klimatische Ausgangslage der entscheidende Entwurfsparameter.

Anstatt den Energiebedarf über aufwendige Gebäudetechnik zu kompensieren, setzt das Büro auf passive Strategien. Das Ergebnis ist ein Wohnhaus, dessen Architektur selbst zum Klimaregulator wird. Verschattung, natürliche Belüftung und begrünte Außenräume reduzieren den Wärmeeintrag erheblich und verbessern gleichzeitig den Wohnkomfort.

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Effiziente Planung auf kleiner Grundfläche

Das Projekt entstand auf einem lediglich 900 Quadratmeter großen Grundstück. Aufgrund der vorgeschriebenen Abstandsflächen stand pro Etage lediglich eine bebaubare Fläche von rund 270 Quadratmetern zur Verfügung. Dennoch gelang es den Architekten, ein großzügiges Wohnkonzept zu entwickeln.

Jedes der zwölf Obergeschosse beherbergt eine einzige Vier-Zimmer-Wohnung. Die drei Schlafzimmer befinden sich jeweils an den Gebäudeecken, während die Küche die vierte Ecke besetzt. Diese Anordnung ermöglicht eine natürliche Querlüftung aller Hauptaufenthaltsräume und sorgt für ein angenehmes Raumklima selbst während der heißen Sommermonate.

Der zentrale Wohn- und Essbereich bildet das kommunikative Herzstück jeder Wohnung und verbindet die privaten Bereiche zu einer offenen Raumsequenz.


Doppelte Balkone als klimatische Pufferzone

Ein wesentliches Merkmal des Entwurfs ist das ausgeklügelte Balkonsystem. Jeder Hauptraum verfügt über zwei unterschiedliche Außenbereiche: einen offenen Balkon sowie einen vorgelagerten, verschatteten Freiraum.

Diese doppelte Gebäudehülle reduziert die direkte Sonneneinstrahlung deutlich und schafft gleichzeitig geschützte Aufenthaltsbereiche im Freien. Die Balkone fungieren als klimatische Pufferzone zwischen Innenraum und Außenklima und tragen wesentlich dazu bei, den Kühlbedarf des Gebäudes zu senken.

Mr. Vinay Panjawani via v2com
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Skulpturale Fassade mit historischem Bezug

Die markante Erscheinung von Cielo wird durch geschwungene Fassadenelemente geprägt. Die halbtransparenten Abschirmungen verlaufen in einer plastischen Kurve: Im unteren Bereich bilden sie einen schützenden Sonnenschutz, bevor sie sich nach außen zu großzügigen Balkonen öffnen.

Diese rhythmisch wechselnden Elemente sind horizontal und vertikal versetzt angeordnet und verleihen dem Gebäude eine dynamische, beinahe skulpturale Wirkung.

Gleichzeitig greifen sie ein wichtiges Motiv der regionalen Architekturgeschichte auf. Bereits seit dem 17. Jahrhundert prägen filigrane Fassadenscreens zahlreiche Bauwerke in Indien. Sanjay Puri Architects interpretieren dieses traditionelle Gestaltungselement zeitgemäß und verbinden kulturelles Erbe mit moderner Klimatechnologie.


Nachhaltigkeit durch passive Strategien

Die Nachhaltigkeitsstrategie des Projekts geht weit über die Fassadengestaltung hinaus. Das gesamte Dach ist mit Photovoltaikmodulen ausgestattet und erzeugt einen erheblichen Teil des benötigten Stroms.

Zusätzlich sorgen Systeme zur Regenwassernutzung sowie zur Wasseraufbereitung und Wiederverwendung für einen ressourcenschonenden Betrieb des Gebäudes. Gemeinsam mit der verschatteten Gebäudehülle und der natürlichen Querlüftung reduziert dies den Energieverbrauch und den CO₂-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus deutlich.

Statt auf technisch aufwendige Lösungen setzt Cielo konsequent auf intelligente Architektur, die aus den klimatischen Bedingungen selbst entwickelt wurde.

Mr. Vinay Panjawani via v2com
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Wohnen zwischen Komfort und Energieeffizienz

Die Kombination aus durchlüfteten Grundrissen, großzügigen Außenräumen und passiver Verschattung schafft hochwertige Wohnräume mit hohem Komfort. Jede Wohnung profitiert von mehreren Ausblicken, einer intensiven Tageslichtversorgung und fließenden Übergängen zwischen Innen- und Außenraum.

Damit zeigt Cielo exemplarisch, wie zeitgenössischer Wohnungsbau in tropischen und subtropischen Klimazonen funktionieren kann: ressourcenschonend, komfortabel und architektonisch ausdrucksstark.

Projektinformationen

Projekt: Cielo
Standort: Nagpur, Maharashtra, Indien
Architektur: Sanjay Puri Architects
Bauherr: Prestige Builders
Projektgröße: 3.600 m² (38.750 sq.ft.)
Geschosse: Erdgeschoss + 12 Obergeschosse
Baubeginn: August 2021
Fertigstellung: Januar 2026
Leitender Architekt: Sanjay Puri
Projektteam: Ruchika Gupta, Nikita Dusing, Krishna Leela, Neha Wadodkar, Diganta Gujaran, Chanchari Malviya

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